Wirtschaft
Lehman Brothers war im September 2008 zusammengebrochen.
Lehman Brothers war im September 2008 zusammengebrochen.(Foto: picture alliance / dpa)

Milliarden für Immobiliensparte: Lehman verkauft Archstone

Schlussstrich bei Lehman hinsichtlich der Häuserwetten: Die Nachfolgefirma der untergegangenen US-Bank wird ihre Immobiliensparte Archstone los. Käufer sind die Immobiliengesellschaften Equity Residential und Avalonbay Communities.

Das Nachfolgeunternehmen der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers verkauft seine Immobiliensparte Archstone für 6,5 Milliarden Dollar an zwei Investmentfonds. Damit zieht Lehman einen Schlussstrich unter die Beteiligung an kostspieligen Wetten auf den US-Häusermarkt, die das Geldhaus in den Ruin und die Weltwirtschaft in die Krise gestürzt hatten.

Käufer des Apartment-Spezialisten sind die Immobiliengesellschaften Equity Residential und Avalonbay Communities, die auch die Schulden von Archstone übernehmen, wie Lehman Holdings mitteilte. Damit steigt das Volumen der Transaktion auf 16 Milliarden Dollar.

Der Verkauf dürfte auch eine gute Nachricht für die noch verbliebenen Gläubiger der Pleite-Bank sein. Er könnte die Auszahlung von Forderungen beschleunigen, die sich noch immer auf mehr als 30 Milliarden Dollar belaufen.

Lehman Holdings hatte zuletzt auch einen Börsengang von Archstone erwogen. Der Verkauf spült dem Unternehmen aber fast doppelt so viel Geld in die Kassen wie der angepeilte IPO-Erlös von knapp 3,5 Milliarden Dollar. Dabei kam Lehman die günstige Entwicklung am Apartment-Markt in den USA zum Ende des Jahres zugute.

Gespräche bereits seit 2011

Die Verhandlungen mit den beiden Käufern liefen eingeweihten Personen zufolge schon seit dem vergangenen Jahr. Die schon bei der Aufsicht eingereichten Börsenpläne stießen dagegen gleich auf mehrere Hürden. Vor allem der hohe Schuldenberg und die Konzentration der Eigentümerrechte standen ihnen im Wege.

Lehman Brothers hatte Archstone zum Höhepunkt des Häuserbooms im vergangenen Jahrzehnt für 23,7 Milliarden Dollar gekauft und die Übernahme über Kredite finanziert. Nach dem Platzen der Immobilienblase war die Investmentbank 2008 zusammengebrochen und hatte damit die globale Finanzkrise dramatisch verschärft.

Quelle: n-tv.de

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