Wirtschaft
In Libyen sei die Erdöl-Produktion im Juli um 200.000 Barrel pro Tag gestiegen, meldet die Opec.
In Libyen sei die Erdöl-Produktion im Juli um 200.000 Barrel pro Tag gestiegen, meldet die Opec.(Foto: picture alliance / dpa)

Krisenherde sorgen Opec: Libyen liefert wieder kräftig Öl

Die Opec meldet einen Anstieg der geförderten Menge an Erdöl. Grund seien die nach Unruhen wiedereröffneten Häfen in Libyen. Aber die Lage in dem Land bleibt unsicher - und ein weiteres Sorgenkind kommt nun hinzu.

Die Förderung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat im Juli den höchsten Wert in den vergangenen fünf Monaten erreicht. Auslöser waren die Wiedereröffnung von Häfen und Ölfeldern in Libyen, schreibt die Opec in ihrem jüngsten Monatsbericht.

In Libyen sei die Produktion um 200.000 Barrel pro Tag gestiegen. Insgesamt nahm die Opec-weite Förderung um 167.000 Barrel pro Tag auf 29,9 Millionen Barrel zu. Trotz des Aufschwungs im Juli lassen die jüngsten Unruhen in Libyen die erwartete weitere Steigerung der Förderung fraglich erscheinen.

Im Irak sei die Sicherheitslage äußerst schwierig, was zu Produktionsausfällen im Norden des Landes führe. Zwar werde die Situation an den großen Ölvorkommen im Süden noch als sicher eingestuft, doch Sorge bereiteten seit dieser Woche vor allem die Ölfelder in der halbautonomen Region Kurdistan, so die Opec.

Opec kämpft gegen Bedeutungsverlust

"Bislang richteten sich die Hoffnungen der Opec auf Irak, der für zwei Drittel der erwarteten Zusatzförderung des Kartells verantwortlich sein sollte", so die Analysten der Commerzbank. "Jetzt rutscht das Land zunehmend ins Chaos ab."

Politische Unruhen in den Mitgliedsstaaten kommen zu einer Zeit, in der die Opec ohnehin mit einem sinkendem Marktanteil zu kämpfen hat. Auf sie entfällt inzwischen noch 43,4 Prozent der weltweiten Produktion im Vergleich zu 44,6 im Jahr 2012, wie aus dem Jahresbericht der Organisation hervorgeht.

Für dieses Jahr geht sie von einer Nachfrage nach Opec-Öl von 29,6 Millionen Barrel pro Tag aus, das ist eine Abwärtskorrektur um 100.000 gegenüber der Projektion aus dem Vormonat. Auch das Wachstum der globalen Ölnachfrage für 2014 hat sie auf 1,10 Millionen Barrel pro Tag nach unten korrigiert. Für 2015 rechnet sie indes weiter mit einem Plus von 1,21 Millionen Barrel pro Tag.

Quelle: n-tv.de

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