Wirtschaft

Abschreibungen gehen zurückLicht am US-Kreditkartenmarkt

21.08.2009, 20:22 Uhr

Die Lage am US-Kreditkartenmarkt hat sich nach Angaben von Moody's im Juli gebessert. Viele Anbieter haben in den vergangenen Monaten kräftig unter der Wirtschaftskrise gelitten.

Die Lage am US-Kreditkartenmarkt hat sich nach Angaben von Moody's im Juli gebessert. Erstmals seit September verzeichneten Kreditgeber nach Angaben der Ratingagentur geringere Abschreibungen. Die Ausfallrate bei Kreditkartennutzern fiel demnach den vierten Monat in Folge. Zu den größten Kreditkartenanbietern zählen American Express und Visa.

Viele Anbieter haben in den vergangenen Monaten unter der Wirtschaftskrise gelitten. Denn angesichts steigender Arbeitslosenquoten gerieten immer mehr Kunden in Zahlungsschwierigkeiten.

Hohe Gebühren

Problematisch für die Anbieter wird es erst, wenn die Kunden die Zahlungen nicht mehr leisten und damit die Ausfallrate steigt. Dagegen profitieren die Unternehmen immens von Kunden, die das Konto überziehen und die Summe langsam abstottern. Denn die Überziehungsgebühren sind in den USA extrem hoch. So könne bei der Bank of America schon bei nur sechs Dollar Schulden eine Strafe von 35 Dollar fällig werden, zitiert die "Financial Times" eine Studie des Finanz-Marktforschers Moebs Service.

Die hohen Gebühren und Zinsen amerikanischer Banken stehen in den USA ohnehin schon im Kreuzfeuer. Auch Präsident Barack Obama äußerte sich mehrfach kritisch. Besonders vom Staat in der Finanzkrise massiv unterstützte Banken sollten nach Ansicht vieler Kritiker den Bürgern mehr helfen, statt sie zusätzlich zu belasten.

In der Politik und bei der Bankenaufsicht laufen Vorbereitungen für neue Vorschriften. Bei Kreditkarten wurden bereits vor einigen Monaten verbraucherfreundlichere Regeln erlassen. Sie sollen enorme Zinssätze, überzogene Gebühren und Knebelverträge einschränken. In Extremfällen liegen die Zinssätze für die weit verbreiteten Kreditkartenschulden in den USA bei mehr als 30 Prozent.

Abwärtsspirale

Die US-Banken sehen in Gebühren jeder Art derzeit eine Chance, ihre strapazierten Bilanzen aufzupolieren. Überziehungsgebühren seien dabei die "Hauptader" solcher Einnahmen, sagte Moeb-Gründer Mike Moebs. Rund 90 Prozent des Geldes kämen zudem von 10 Prozent der 130 Millionen US-Bankkonten, in der Regel von Kunden, die finanziell ohnehin unter Wasser seien - eine Abwärtsspirale. So halten sich auch bei American Express die wohlhabendsten Kunden zurück. "Kunden, die das meiste verfügbare Einkommen hätten, reduzieren ihre Ausgaben am stärksten", so Finanzvorstand Dan Henry.

Die Zahlungstrends verschiedener Kundengruppen werden in den kommenden Monaten genau beobachtet werden, da Investoren und Manager Ausschau nach Anzeichen eines Aufschwungs halten.

Quelle: jga/dpa/DJ