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Lastentiere des Warenverkehrs: Die überwiegende Mehrheit der Transporte rollen in Europa über die Straße.
Lastentiere des Warenverkehrs: Die überwiegende Mehrheit der Transporte rollen in Europa über die Straße.(Foto: REUTERS)

Europas Nutzfahrzeugmarkt: Lkw-Nachfrage steigt an

Erfreuliche Konjunktursignale aus der Automobilindustrie: In Europa kommt die Nachfragen nach Nutzfahrzeuge in Fahrt. Die jüngsten Zulassungsdaten des Branchenverbands Acea zeichnen - mit einer alarmierenden Ausnahme - ein Bild robuster Stärke.

Der Absatz von Fahrzeugen zur kommerziellen Nutzung nimmt deutlich zu: Im Februar stieg die Zahl der Neuzulassungen im EU-weiten Nutzfahrzeugmarkt auf Jahressicht um fast 18 Prozent auf 160.062, wie der europäische Branchenverband Acea mitteilte. Dies umfasst Lastkraftwagen, Transporter und Busse.

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Damit stieg der Nutzfahrzeugabsatz den 14. Monat in Folge, hieß es. Besonders stark entwickelt sich den Zulassungszahlen zufolge das Segment schwere Lastwagen. In den ersten beiden Monaten des Jahres legte der Nutzfahrzeug-Markt insgesamt um 14,5 Prozent zu.

Der Präsident des deutschen Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, nannte als Grund für das Wachstum die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa. "Hinzu kommt die Bestandserneuerung als wichtiger Treiber: Das niedrige Zulassungsniveau der letzten Jahre hat zu einer Alterung des Fahrzeugbestands, insbesondere in Südeuropa, geführt. Diese Fahrzeuge werden nun durch neue ersetzt."

Positiv auf die Marktnachfrage wirke sich außerdem das derzeit niedrige Zinsniveau aus, da es für günstige Finanzierungskonditionen sorge. Dennoch habe der westeuropäische Nutzfahrzeugmarkt noch nicht wieder das Niveau der Jahre vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht, klagen Branchenbeobachter.

Alarmsignal aus Griechenland

Für Analysten und Ökonomen ergibt sich aus den Daten dennoch ein positives Gesamtbild - zumindest auf gesamteuropäischer Ebene: Als indirekter Konjunkturindikator verrät die Entwicklung der Neuzulassungen bei Nutzfahrzeugen viel über Zuversicht und Investitionsbereitschaft in den Unternehmen.

Ein Blick auf die regionale Verteilung der Neuzulassungen offenbart zugleich Stärken und Schwächen im europäischen Wirtschaftsraum: Die Zahlen aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien deuten an, wo sich die Kraftzentren der europäischen Wirtschaftsmacht befinden.

Die Zahlen aus Griechenland dagegen wirken wie ein Alarmsignal: Dort sind die Neuzulassungen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat auf niedrigem Niveau um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Im zweiten Monat des laufenden Jahres wurden dort laut Acea-Daten nur noch 290 Busse, Transporter und Lkw aller Größenklassen neu zugelassen.


(Hinweis für Mobilnutzer: Die Infografik zu den Trends am europäischen Nutzfahrzeugmarkt finden Sie hier.)

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Quelle: n-tv.de

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