Wirtschaft
Fünfer, Siebener, Dreier, Einser: BMW baut kontinuierlich die Produktpalette aus. Loewe will es dem Autobauer gleich tun.
Fünfer, Siebener, Dreier, Einser: BMW baut kontinuierlich die Produktpalette aus. Loewe will es dem Autobauer gleich tun.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Kampf ums Überleben: Loewe nimmt sich BMW als Vorbild

Mit dem Wink auf den erfolgreichen deutschen Premiumautobauer versucht Loewe-Chef Hrasch die Aktionäre zu beruhigen. Loewe kämpft ums nackte Überleben, ein Investor wird gesucht, Details soll es aber erst Ende Juli geben. Fakt ist aber, dass der Umsatz deutlich ausgeweitet werden muss. Das Wie ist schon klar.

Loewe-Anleger müssen sich noch etwas gedulden - aber die Konzernführung des angeschlagenen größten deutschen Fernseher-Produzenten gibt sich zuversichtlich. Loewe will seinen Aktionären Ende Juli Details zu den Verhandlungen mit potenziellen Rettern aus dem Fernen Osten nennen. "Die Gespräche mit strategischen Partnern und Investoren machen Fortschritte. Unser Ziel ist es, den Aktionären in Berlin dazu mehr zu sagen", sagte Firmenchef Matthias Harsch der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die verlustträchtige Loewe bittet ihre Anteilseigner am 31. Juli in die Hauptstadt, um ihnen unter anderem offiziell zu beichten, dass das Traditionsunternehmen die Hälfte seines Eigenkapitals verbraucht hat. Üblicherweise trafen sich die Aktionäre in der Vergangenheit in München.  

Der neue Investor soll Harsch zufolge einerseits Panels für die Flachbildschirme liefern, andererseits auch frisches Kapital mitbringen. Ohne Kapitalerhöhung droht dem Traditionsunternehmen der Kollaps. Nach einem geplanten Kapitalschnitt und der Ausgabe neuer Aktien könnte ein Investor für eine verhältnismäßig geringe Summe auf einen Schlag zwei Drittel der Anteile an Deutschlands größtem Fernseher-Hersteller bekommen. Offen ist, wie sich der bislang größte Anteilseigner Sharp verhalten wird, den ebenfalls schwere Sorgen plagen nach zwei Jahren mit hohen Nettoverlusten.

Vergleich zur Autoindustrie

Mit einem neuen Haupteigentümer im Rücken sieht Harsch für sein Haus gute Überlebenschancen. "Loewe hat als Premiumanbieter bisher nur den BMW Siebener und Fünfer im Angebot. Künftig werden wir auch die Einser- und Dreier-Reihe anbieten, um einen Anteil von zehn Prozent am Premiummarkt zu erzielen. Dann reden wir von einer Million verkaufter TV-Geräte und 500 Mio. Euro Umsatz." Damit würde er den Jahresumsatz von zuletzt 250 Mio. Euro verdoppeln. Harsch ist das Label "Made in Germany" nicht mehr so wichtig, die Produktion soll verstärkt im Ausland erfolgen. Rund ein Fünftel der Stellen im Kronacher Stammwerk wurden bereits gestrichen.

Quelle: n-tv.de

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