Wirtschaft

Die erste Runde ist eingeläutetLokführer beginnen Tarifstreit

23.01.2010, 14:16 Uhr

Säbelrasseln der Lokführer: Die Gewerkschaft GDL läuft sich für die Tarifverhandlungen warm. In den nächsten Wochen und Monaten soll es bei den Privatbahnen "Streikaktionen" geben.

11713839
Streiken die Lokführer, müssen sich Bahnfahrer auf Geduldsproben einstellen. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Deutschlands Lokführer bauen mit Blick auf die im Sommer anstehende Tarifrunde mit der Bahn eine Drohkulisse auf. Für ihr Ziel eines einheitlichen Flächentarifvertrages werde die Gewerkschaft "notfalls auch in einen Arbeitskampf ziehen", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, der "Wirtschaftswoche".

Außerdem kündigte der GDL-Chef für die nächsten Wochen und Monate weitere Streikaktionen bei Privatbahnen an, bei denen Tarifverträge schon gekündigt seien. Die Friedenspflicht bei der Deutschen Bahn AG läuft erst Ende Juli aus.

Die Gewerkschaft will in der Tarifrunde im Sommer erstmals einen einheitlichen Flächentarifvertrag durchsetzen, der sowohl für das Fahrpersonal der Deutschen Bahn AG als auch der Privatbahnen gilt. Nach Angaben von Weselsky geht es insgesamt um 25.000 Lokführer. Davon sind 22.500 bei der Deutschen Bahn beschäftigt.

Zu den möglichen Lohnforderungen sagte Weselsky: "Das Lohnniveau bei Privatbahnen liegt bis zu 30 Prozent unter dem Niveau der Bahn AG, da werden wir streckenweise zweistellige Forderungen erheben." "Für uns ist Wettbewerb kein Teufelszeug, aber der hat nicht auf Kosten des Lohnniveaus stattzufinden", ergänzte er.

Im Sommer 2008 hatte die relativ kleine GDL über Monate mit Streiks den Güter- und Personenverkehr auf der Schiene stark behindert. Letztlich gelang es der Gewerkschaft, einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer durchzusetzen.

Quelle: dpa