Wirtschaft
Abgabe abhängig vom Zuckergehalt? Was heißt das für den Absatz von Softdrinks wie Cola?
Abgabe abhängig vom Zuckergehalt? Was heißt das für den Absatz von Softdrinks wie Cola?

Steuerplan belastet Aktienkurse: London verschreckt Limo-Hersteller

Der Plan zielt offensichtlich auf das öffentliche Wohl - und auf die Stärkung der britischen Staatskasse: An der Börse reagieren Anleger dennoch griesgrämig. Die Pläne für eine Zuckersteuer lasten schwer auf den Ertragsaussichten der Brause-Branche.

Eine geplante Steuer auf gezuckerte Getränke in Großbritannien löst an den Börsen größere Bewegungen aus: Die Aussichten auf eine Abgabe stößt dabei den Anlegern von Getränkeherstellern wie Britvic oder AG Barr besonders bitter auf.

Die Aktien des Anbieters von "Lipton Eistee" (Britvic) und des Produzenten des Energydrinks "Rockstar" (AG Barr) fallen in London zeitweise um bis zu 5,5 Prozent. Die beiden Hersteller produzieren die prominenten Marken zum Teil in Lizenz für US-Konzerne wie PepsiCo und Coca-Cola.

Auch die Schwergewichte sind von den Spekulationen um geschmälerte Erträge betroffen: An der Wall Street starten die Papiere von Coca-Cola und Pepsi jeweils etwa ein halbes Prozent im Minus.

Die britischen Steuerpläne schlagen international unerwartet hohe Wellen. Zuckerproduzenten  - die neben den Aromaherstellern zu den wichtigsten Zulieferern der Softdrink-Branche zählen - geraten ebenfalls unter Verkaufsdruck. Die Aktien von Südzucker und des Rivalen Tate & Lyle rutschen im Handelsverlauf um bis zu 1,9 Prozent ab.

Zuckersteuer auch in Deutschland?

Großbritannien will ab 2018 Softdrinks mit einer Zusatzsteuer belegen. Die Höhe hänge vom Zuckergehalt des Getränks ab und solle den bisher bekannten Plänen zufolge bis zu 520 Millionen Pfund (661 Millionen Euro) in die Staatskasse spülen. Weitere Details nannte die Regierung in London zunächst nicht.

Neu sind solche Überlegungen nicht: Mit Blick auf die öffentliche Gesundheit und die schädlichen Auswirkungen von Mangel- oder Fehlernährung sowie grassierendem Übergewicht werden auch in Deutschland Pläne diskutiert, auf bestimmte Produkte eine Sonderabgabe zu erheben, um den Salz-, Zucker- und Fettgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu verringern.

Quelle: n-tv.de

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