Wirtschaft
An der britischen Gasförderplattform "Breagh A" ist RWE Dea mit 70 % beteiligt.
An der britischen Gasförderplattform "Breagh A" ist RWE Dea mit 70 % beteiligt.(Foto: picture alliance / dpa)

"Diskussionen auf höchster Ebene": London will Dea-Verkauf nicht akzeptieren

Die RWE-Tochter Dea fördert Öl und Gas in der Nordsee im großen Stil. Nun wird der Konzern die Dea an eine russische Investorengruppe verkaufen. Die britische Regierung kündigt Widerstand an, doch kann das wohl nur um den Preis einer gestoppten Förderung.

Die britische Regierung lässt im Streit um den Verkauf der RWE-Tochter Dea an eine russische Investorengruppe nicht locker. Ohne Abtrennung bestimmter Bereiche werde man gegen den Deal im Volumen von 5,1 Milliarden Euro vorgehen, kündigte ein Sprecher von Premierminister David Cameron an. Über die Transaktion sei in den vergangenen Wochen auch im Nationalen Sicherheitsrat beraten worden, erfuhr Reuters aus Regierungskreisen. Die Investorengruppe LetterOne kündigte an, auf die Regierung in London zuzugehen.

Die Regierung dringt auf einen Weiterverkauf der Öl- und Gasfelder in der britischen Nordsee. Sie befürchtet im Fall von weiteren Russland-Sanktionen eine Beeinträchtigung der Produktion. "Das ist auf höchster Ebene diskutiert worden - ein Zeichen dafür, wie ernst wir die Angelegenheit nehmen", verlautete aus Regierungskreisen. "Die Regierung wird ihre Position in dieser Frage nicht ändern." Die britische Regierung hat der russischen Investment-Gesellschaft Letter One im Streit um die von RWE übernommenen Förderfelder in der Nordsee ein Frist gesetzt. Sie habe dem Fonds des russischen Oligarchen Michail Fridman sieben Tage Zeit gegeben, damit der erklärt, warum die Regierung nicht auf einer Weiterveräußerung der Gasfelder bestehen sollte, teilte das zuständige Energieministerium mit

Bereits zuvor hatte die Behörde bereits betont, gegebenenfalls den Weiterverkauf der zwölf Gas- und Ölfelder von Dea in der britischen Nordsee an eine dritte Partei zu verlangen. Der Wert dieser Felder wird auf eine Milliarde Euro geschätzt.

Die russischen Investoren wollen auf London zugehen

Von RWE war keine Stellungnahme zu erhalten. LetterOne schlug versöhnlichere Töne an als zuletzt. Die Gruppe wolle mit der Regierung zusammenarbeiten. Sie werde keinen Stein auf den anderen lassen, um im Interesse aller Seiten eine Lösung zu finden.

Am Montag hatte LetterOne sich in einem Schreiben an den Energieminister Edward Davey gewandt. Sollte das Ministerium auf einen Weiterverkauf beharren, werde die Gruppe rechtliche Schritte prüfen. Dazu gehörten gegebenenfalls Schadenersatzforderungen.RWE und LetterOne hatten den Verkauf Anfang der Woche trotz des politischen Widerstands abgewickelt.

Die britische Regierung kann die Transaktion zwar nicht verbieten, dem Käufer aber Förderlizenzen entziehen. Im Januar hatten RWE und LetterOne wegen der Bedenken in London eine Vereinbarung getroffen. LetterOne habe sich verpflichtet, das britische Dea-Geschäft mehrere Jahre getrennt von den restlichen Dea-Aktivitäten zu halten. "Im unwahrscheinlichen Fall von Sanktionen gegen die LetterOne-Gruppe oder ihre Eigner bleibt RWE innerhalb des ersten Jahres nach dem Vollzug der Transaktion verpflichtet, die britischen Dea-Aktivitäten zurückzuerwerben", hieß es.

Sollte die Regierung ohne weitere Sanktionen Druck machen, wäre demnach LetterOne am Zuge. Die Bundesregierung und die EU-Kommission hatten dem Verkauf bereits vor Monaten zugestimmt.

Quelle: n-tv.de

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