Wirtschaft
Zwölf Mal haben die Piloten der Lufthansa bereits in dieser Tarifrunde gestreikt.
Zwölf Mal haben die Piloten der Lufthansa bereits in dieser Tarifrunde gestreikt.(Foto: picture alliance / dpa)

Ausfälle morgen bei Langstrecken: Lufthansa-Piloten kündigen neuen Streik an

Morgen ab 8 Uhr droht wieder das Chaos auf deutschen Flughäfen. Die Lufthansapiloten wollen erneut Langstrecken- und Frachtflüge bestreiken. Das Unternehmen möchte die Folgen für die Kunden "so gering wie möglich halten".

Im festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für Dienstag zu ihrem mittlerweile 13. Streik aufgerufen. Betroffen seien alle Langstreckenverbindungen und Frachtflüge mit Lufthansa Cargo, die zwischen 8.00 Uhr und Mitternacht in Deutschland starten sollten, teilte die Gewerkschaft mit. Zuletzt hatten die Piloten im März den Lufthansa-Konzern bestreikt. Das Unternehmen nahm den Streikaufruf mit "großem Bedauern" zur Kenntnis.

Cockpit hatte am vergangenen Mittwoch die Verhandlungen mit der Lufthansa abgebrochen und dies damit begründet, dass der Konzern daran festhalte, Flugzeuge auszuflaggen und damit Arbeitsplätze in in- und ausländische Unternehmen ohne Tarifbindung auszulagern. Anstatt dies "zumindest für den Verhandlungszeitraum" zu unterlassen, setze das Management "die Tarifflucht aggressiv fort und verweigert sich einer Gesamtlösung zu Lasten des Unternehmens, aller Mitarbeiter und der Kunden", erklärte die Gewerkschaft.

Es ist der 13. Pilotenstreik binnen 18 Monaten bei der Lufthansa. Anfang Juli, zu Beginn der Ferienzeit, war das Schlichtungsverfahren zwischen den Piloten und der Lufthansa gescheitert. Danach legte Cockpit der Airline einen neuen Vorschlag vor. Demnach war die Gewerkschaft bereit, ein gemeinsames Bündnis für Wachstum und Beschäftigung mitzutragen. Anfang August nahmen beide Seiten den Dialog wieder auf. Dieser scheiterte jedoch.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, das Unternehmen habe der Gewerkschaft "über das Wochenende hinweg weitgehende Angebote unterbreitet", um die Aufnahme von Tarifgesprächen zu ermöglichen. Nun konzentriere sich die Lufthansa darauf, die Folgen des Streiks für die Kunden "so gering wie möglich zu halten". In den nächsten Stunden solle feststehen, welche Verbindungen trotz Streiks aufrechterhalten werden können. Ein Sonderflugplan soll veröffentlicht werden.

In dem Tarifkonflikt wird vor allem über das Sparkonzept "Wings" und die Altersversorgung der Piloten gestritten. Die Lufthansa will im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehr Strecken Billigflüge anbieten. Das Personal von "Wings" soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter. Die Kosten für die sogenannte Übergangsversorgung will die Lufthansa künftig nicht mehr übernehmen und die Altersgrenze dafür erhöhen.

Quelle: n-tv.de

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