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Streit um Bezahlung: Lufthansa-Piloten stimmen für Streiks

Für die Passagiere der Lufthansa ist Stress wieder programmiert: Ab sofort muss mit Arbeitskämpfen gerechnet werden. Die Piloten stimmten in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für Streiks. Arbeitsniederlegungen zur Osterzeit sind nicht ausgeschlossen.

Bei der Lufthansa stehen die Zeichen auf Streik. Ab sofort könne jederzeit mit Arbeitskämpfen gerechnet werden, sagten Vertreter der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) am Freitag auf einer Pressekonferenz. In einer Urabstimmung sprachen sich 97,2 Prozent der Piloten dafür aus, für höhere Gehälter zu streiken. Die Zustimmung, für die sogenannte Übergangsversorgung die Arbeit niederzulegen, betrug sogar 99,1 Prozent.   Wann mit ersten Streiks zu rechnen ist, ließ die Vereinigung Cockpit offen.

Die Gewerkschaft repräsentiert 85 bis 90 Prozent der 5.400 Piloten, die Lufthansas Passagier- und Frachtmaschinen sowie die Germanwings-Jets fliegen. Vereinigung Cockpit hat den laufenden Vergütungsvertrag bereits vor knapp zwei Jahren gekündigt, konnte sich seitdem mit Forderungen nach 5,2 Prozent beziehungsweise 4,6 Prozent mehr Gehalt aber nicht durchsetzen.

Im Alter Anforderungen nicht gewachsen

Noch wichtiger sei den Piloten aber der Tarifvertrag zur Übergangsversorgung, sagte Flugkapitän Jörg Handwerg, der für die VC  spricht. Dieser Vertrag lief zum Ende des vergangenen Jahres aus. Piloten erreichen das gesetzliche Rentenalter mit 63 Jahren. Viele haben aber den Wunsch, bereits einige Jahre früher auszuscheiden, weil sie sich den Anforderungen des Berufs mit Nachtflügen oder dem Dienst in unterschiedlichen Zeitzonen und klimatischen Verhältnisse körperlich nicht mehr gewachsen fühlen, sagte Handwerg.

In der Übergangsversorgung wird geregelt, dass Piloten nach ihrem Ausscheiden bis zum 63. Lebensjahr einen Teil ihres letzten Gehaltes - im Schnitt die Hälfte - erhalten. Diese Regelung sei für die Lufthansa kostenneutral weil ältere Piloten mehr verdienen als die nachrückenden jüngeren Kollegen. Der Grund für den Gehaltsunterschied sind die Berufsjahre. Durchschnittlich schneidet ein Lufthansa-Pilot im Alter von 58,9 Jahren aus.

48 Stunden Vorlauf

Die Pilotengewerkschaft VC sicherte zu, jeden Streik mindestens 48 Stunden im Voraus anzukündigen. Derzeit sei auch nicht geplant, in den kommenden Osterferien zu streiken. Gleichwohl wollte die Pilotengewerkschaft einen Arbeitskampf zur Osterreisezeit nicht völlig ausschließen. Dies hängt auch von der Reaktion des Unternehmens ab.

Das Gleichgewicht zwischen Kunden, Aktionären und Mitarbeitern sei aus den Fugen geraten, beklagte die Vereinigung Cockpit. Sie machte klar, dass die Piloten nicht bereit sind, auf Gehalt zu verzichten, damit die Lufthansa die Dividende erhöhen kann. Der Konzern will für das abgelaufene Geschäftsjahr 0,45 Euro je Aktie ausschütten, nachdem die Dividende ein Jahr zuvor gestrichen wurde, um auch die Aktionäre am derzeit laufenden Sparprogramm Score zu beteiligen.

Quelle: n-tv.de

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