Wirtschaft
Das Unternehmen wirft den Piloten Unfairness vor.
Das Unternehmen wirft den Piloten Unfairness vor.(Foto: dpa)

Pilotenstreik planmäßig beendet: Lufthansa berechnet Millionenschaden

Nach dem fünften Streiktag zeichnet sich noch immer kein Kompromiss im Tarifkonflikt zwischen den Piloten und der Lufthansa ab. Die Fluggesellschaft wirft der Gewerkschaft Cockpit mangelnde Kompromissbereitschaft vor und gibt sich dennoch gesprächsbereit.

Die Piloten der Deutschen Lufthansa haben ihren Streik am Frankfurter Flughafen um 23.00 Uhr planmäßig beendet. Mit ihrer Arbeitsniederlegung verhinderten die Flugkapitäne 25 von 57 Langstreckenflügen, wie eine Lufthansa-Sprecherin am Abend sagte. Rund 20.000 Passagiere waren betroffen. Der Ausstand dauerte 15 Stunden. Für Mittwoch erwartet die Airline wieder einen weitgehend normalen Betrieb.

Die Piloten drohen im anhaltenden Tarifkonflikt allerdings mit neuen Streiks. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ringt mit der Konzernspitze um den Erhalt einer Frührenten-Regelung. Die Lufthansa sieht sich wegen der harten Konkurrenz nicht mehr in der Lage, die im Branchenvergleich großzügigen Vorruhestands-Regeln zu finanzieren.

Zweistelliger Millionenbetrag

Nach Angaben der Lufthansa haben die jüngsten Streiks das Unternehmen Millionen gekostet. "Die drei Streiktage im Frühjahr haben uns 60 Millionen Euro gekostet und die letzten fünf Streiktage haben sicher erneut einen zweistelligen Millionenschaden verursacht", sagte Bettina Volkens, Personal-Vorstand der Lufthansa der "Bild-Zeitung".

Volkens forderte die Gewerkschaft zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. "Wir wollen zunächst einmal mit der Piloten-Gewerkschaft Cockpit verhandeln. Doch für Gespräche muss auch die Gewerkschaft zu Kompromissen bereit sein. Das ist derzeit überhaupt nicht der Fall. Was Cockpit macht, hat mit fairer Sozialpartnerschaft nichts zu tun", ergänzte sie. "Wir müssen so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zurückkehren, am liebsten sofort. Ich bin für Cockpit rund um die Uhr erreichbar", sagte Volkens.

Die Lufthansa verlangte zugleich eine gesetzliche Beschneidung der Spartengewerkschaften. "Ein Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg zu bringen, wäre für die deutsche Wirtschaft wichtig," sagte Volkens. Zudem sieht sie Notwendigkeit für "verfassungskonforme Spielregeln, mit denen sichergestellt wird, dass ein Unternehmen nicht ständig von verschiedenen Spartengewerkschaften bestreikt werden kann. Die Politik ist gefordert, schnell zu handeln."

Quelle: n-tv.de

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