Mittwoch, 07. Juli 2010
Noch ein Tarifstreit gelöst : Lufthansa einig mit Verdi
Im Tarifstreit bei der Lufthansa wird in der Nacht ein Durchbruch erzielt. Man habe in der fünften Verhandlungsrunde die Eckpunkte einer Tarifeinigung vereinbart, teilt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit. Nun muss sich die Lufthansa noch mit dem Kabinenpersonal einigen.Die Lufthansa und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich in der fünften Verhandlungsrunde auf Eckpunkte einer Tarifeinigung für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden verständigt. Vereinbart worden sei ein Gesamtpaket aus Ergebnisbeteiligung, Altersteilzeit und Begrenzung der Leiharbeit, teilte Verdi mit. Angaben zu einer regulären Tarifanhebung oder Nullrunde sowie zur Laufzeit wurden nicht gemacht. Es gebe noch "Beratungs- und Abstimmungsbedarf", erklärte Verhandlungsführer Erhard Ott im hessischen Mörfelden-Walldorf. Verdi sei es gelungen, Eingriffe in bestehende Tarifverträge abzuwehren, betonte Ott.
Verdi war es in den Tarifverhandlungen vor allem um eine Arbeitsplatzsicherheit und die Arbeitsbedingungen gegangen. Daneben forderte die Gewerkschaft eine Tarifvereinbarung, durch die die Leiharbeit im Konzern begrenzt wird und die festlegt, unter welchen Bedingungen der Einsatz von Leiharbeitern bei der Lufthansa möglich ist. Die Lufthansa verlangte laut Verdi die Neufassung einer Krisenregelung, um wirtschaftliche Risiken aus kurz- und langfristigen Störungen einzudämmen.
Die Lufthansa-Aktie reagierte relativ unbeeindruckt von den Tarifverhandlungen. Obwohl Analysten die Eckpunkte vor allem in Hinblick auf die Wettbewerbsposition der Airline begrüßten, lag der Titel leicht im Minus. Verdi vertritt vor allem Beschäftigte der Bodendienste. Die parallel laufenden Verhandlungen für das Kabinenpersonal mit der Spezialgewerkschaft UFO waren Ende vergangener Woche ohne Ergebnis unterbrochen worden. Zuletzt hatte die Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit einen Abschluss erzielt, der unter anderem keine Gehaltssteigerungen für zwei Jahre vorsieht.
sla/AFP/rts
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