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Topgewinner im Dax: Lufthansa profitiert von Air France

Der große Lufthansa-Konkurrent Air France-KLM fliegt endlich wieder in der Gewinnzone. Der Aktienkurs vollführt daraufhin einen Freudensprung. Auch Lufthansa-Titel klettern deutlich - aus noch einem anderen Grund.

Die Aktien der Lufthansa fliegen am Donnerstag im Dax am höchsten. Das Kursplus liegt zeitweise deutlich über vier Prozent. Der Gesamtmarkt kann da nicht mithalten. Der Grund für den Kurssprung liegt aber in Frankreich.

Die Kursgewinne von Lufthansa haben Händler auf den kräftigen Sprung von Air France-KLM zurückgeführt. "Nachrichtlich hat das nur wenig miteinander zu tun", sagte ein Marktteilnehmer. Allenfalls wecke das Gewinnplus der Franzosen dank günstiger Kerosinpreise die Fantasie, dass auch bei Lufthansa ein stärkerer Gewinnbeitrag möglich sei. Die Hedging-Strategien der beiden Unternehmen seien aber so unterschiedlich, dass kein direkter Rückschluss möglich sei.

Tatsächlich liege der Grund darin, dass der Spread-Handel die Lufthansa-Aktie hochkaufe. "Lufthansa und Air-France werden eng miteinander gehandelt, der Kurssprung hätte Lufthansa zum totalen Underperformer gemacht", so der Händler. Daher halte die   Aktie mit ihrem Plus die Lücke zu den Franzosen zumindest in Grenzen. Air-France zogen zeitweise um mehr als 10 Prozent an.

Fliegen in der Gewinnzone

Air France-KLM war nach einem jahrelangen Sparkurs mit Jobabbau in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der französisch-niederländische Konzern erzielte im vergangenen Jahr unter dem Strich einen Gewinn von 118 Millionen Euro. Dabei profitierte die Airline auch vom eingebrochenen Ölpreis, der Kerosin billiger macht. 2014 hatte sie noch einen Verlust von 225 Millionen Euro verbucht.

Vorstandschef Alexandre de Juniac sieht das Ergebnis als Erfolg der Sparbemühungen. Es sei aber nötig, die Kosten weiter zu drücken. "Die Verbesserung des Ölpreises ändert nichts an unserer Position im Wettbewerb mit unseren Konkurrenten", warnte de Juniac. Der Lufthansa-Rivale will die Personalkosten runterbringen, um mit der Konkurrenz der Billigflieger und den starken arabischen Airlines auf der Langstrecke mithalten zu können. Gegen die Pläne hatte es im vergangenen Jahr teils heftige Proteste gegeben. Bislang ist es dem Unternehmen nicht gelungen, eine Einigung mit den Pilotenvertretern in Frankreich zu finden.

2015 hatte das Unternehmen für die französische Sparte Air France weitere Jobkürzungen angekündigt, Details sollen nach Angaben de Juniacs in der kommenden Woche auf einer Betriebsratssitzung verkündet werden. Berichte französischer Medien, wonach es um den Abbau von 1600 Stellen geht, kommentierte er am Donnerstag nicht.

Terroranschläge hinterlassen Spuren

Auch im laufenden Betrieb machte Air France-KLM erstmals seit 2010 wieder Gewinn. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag 2015 bei 816 Millionen Euro, nach einem Verlust von 129 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 4,6 Prozent auf 26,1 Milliarden Euro, auch dank des schwächeren Euro-Kurses. Auf vergleichbarer Basis gab es aber einen Rückgang von 3,2 Prozent.

Für einen Knick sorgten zudem die Terroranschläge in Paris im November. Air France-KLM bezifferte die finanziellen Auswirkungen auf 120 Millionen Euro. Einen konkreten Ausblick für 2016 gab de Juniac nicht. Zwar rechnet das Unternehmen mit weiterhin niedrigen Spritkosten. Diese dürften aber großenteils aufgezehrt werden durch den Preisdruck wegen der Überkapazitäten auf einigen Märkten sowie negative Währungseffekte.

Quelle: n-tv.de

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