Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Rechenzentrum vor Ausgliederung: Lufthansa spürt enormen Kostendruck

Auf seinem harten Sparkurs hat Lufthansa-Chef Franz nun die eigenen Call- und Rechenzentren im Visier. Weil sie nicht billig genug anbieten können, sollen sie aus dem Konzern fliegen. Die Lufthansa setzt derzeit das Sparprogramm "Score" um.

Die Lufthansa will einen großen Teil ihrer IT-Mitarbeiter aus dem Konzern ausgliedern. Es sei geplant, den Infrastrukturbereich mit zusammen rund 1300 Beschäftigten in eine Partnerschaft mit einem internationalen Anbieter zu überführen, sagte eine Sprecherin der konzerneigenen Lufthansa Systems AG. Auch 1000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten Kelsterbach bei Frankfurt und Flensburg seien betroffen.

Grund für den Umbau ist der interne Kostendruck: Der Lufthansa-Konzern will im Zuge des Sparprogramms "Score" die Infrastrukturleistungen von Rechen- und Callcentern neu ausschreiben und verlangt Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich. Die Lufthansa Systems AG sah sich wegen der mangelnden Größe des eigenen Infrastrukturgeschäfts allein nicht in der Lage, die Leistungen wettbewerbsfähig anzubieten.

Bei nun anstehenden Verhandlungen mit Interessenten solle besonders auf den Erhalt der Arbeitsplätze geachtet werden, sagte die Sprecherin. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für die Entscheidung für einen bestimmten Partner. Die Belegschaft war über die Pläne informiert worden. Betroffen sind auch Mitarbeiter an den internationalen Standorten London, Dallas, Singapur, Budapest und Buenos Aires.

Auch für andere Airlines tätig

Lufthansa Systems beschäftigt derzeit nach eigenen Angaben weltweit rund 4200 Leute, so dass nahezu jeder dritte Job vor der Ausgliederung steht. Die übrigen Bereiche der Lufthansa Systems AG seien nicht betroffen.

Mit 609 Millionen Euro Jahresumsatz 2012 ist die Systems AG das kleinste Geschäftsfeld des größten Luftverkehrskonzerns Europas. Sie ist auch für rund 300 andere Airlines und 150 externe Kunden tätig. Die Sparte hat laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Quelle: n-tv.de

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