Wirtschaft
Exakte Planung, präzis eingehaltene Prozesse und genaue Zeitabläufe gehören für eine Fluggesellschaft zum Kerngeschäft.
Exakte Planung, präzis eingehaltene Prozesse und genaue Zeitabläufe gehören für eine Fluggesellschaft zum Kerngeschäft.(Foto: REUTERS)

Obermanns Chancen sinken: Lufthansa verunsichert Investoren

Die Spekulationen um einen Nachfolger an der Spitze der Lufthansa reißen nicht ab. Hinter den Kulissen wächst offenbar der Unmut. In wenigen Monaten läuft der Vertrag von Airline-Chef Franz aus. Für einen geordneten Führungswechsel wird es knapp.

Carsten Spohr - der künftige Chef der Deutschen Lufthansa? (Archivbild)
Carsten Spohr - der künftige Chef der Deutschen Lufthansa? (Archivbild)(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Besetzung des Chefposten bei der Lufthansa drängen einflussreiche Stimmen aus dem Kreis der Aktionäre auf eine rasche Klärung dieser entscheidenden Personalfrage.

"Es ist höchst ungewöhnlich, wie lange sich der Konzern Zeit lässt mit der Suche nach einem neuen Chef", sagte Henning Gebhardt, Manager von Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Deutsche-Bank-Tochter zählt zu den sogenannten Institutionellen Investoren. Großaktionäre üben je nach Anzahl der gehaltenen Aktien Einfluss auf die Unternehmensführung aus. Bei der Jahreshauptversammlung können sie unter anderem von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.

Aus der Sicht der Fondsgesellschaft hat die Fluggesellschaft bereits den passenden Kandidaten an Bord, betonte Gebhardt: "Als Investoren haben wir den Eindruck, dass Carsten Spohr der Richtige für die Lufthansa-Spitze ist."

Mit jedem Tag, den sich die Entscheidung noch ziehe, werde die Position Spohrs allerdings geschwächt. Spohr leitet derzeit das umsatzstarke Passagiergeschäft der Fluggesellschaft. Ein Führungswechsel an der Spitze versetzt große Konzernstrukturen üblicherweise in eine Phase des Umbruchs, in der sich Strategie und interne Karrierebeziehungen tiefgreifend verändern können.

Der gegenwärtige Lufthansa-Chef Christoph Franz hatte schon im September vorigen Jahres angekündigt, im Frühjahr den Konzern in Richtung Schweiz zu verlassen. Seither zieht sich die Suche nach einem Nachfolger hin, was Aktionäre wie Analysten zunehmend verärgert, wie die Zeitung berichtet.

Kandidat X auf der Liste

Franz selbst hatte dagegen erst vergangene Woche betont, dem Unternehmen bleibe noch Zeit für die Suche nach seinem Nachfolger. Einem Bericht des "Focus" zufolge gibt es neben Spohr noch einen weiteren Kandidaten, den Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber persönlich ausgewählt habe. Sein Name sei bisher aber nur wenigen Beteiligten bekannt.

Der Name von Ex-Telekom-Lenker René Obermann taucht dagegen - entgegen anders lautender Spekulationen - angeblich nicht auf der engeren Auswahlliste auf. Obermann stünde wegen "mangelnder Branchenkenntnis" bisher nicht für diesen Posten zur Debatte, hieß es.

Obermann hatte die Deutsche Telekom gut sieben Jahre geführt und war zum Jahreswechsel zum niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo gewechselt. Der wird derzeit von einem US-Rivalen geschluckt, weshalb Obermann bald wieder einen Job suchen dürfte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen