Wirtschaft
Die Flugbegleiter der Lufthansa kämpfen für eine bessere Übergangsversorgung.
Die Flugbegleiter der Lufthansa kämpfen für eine bessere Übergangsversorgung.(Foto: dpa)

Keine Einigung mit Ufo: Lufthansa warnt vor neuen Streiks im Advent

Die Bilanz der Lufthansa an Tag sechs des längsten Streiks in der Konzerngeschichte ist verheerend: Der finanzielle Schaden liegt schon jetzt "im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich". Und es drohen weitere Streiks in der Adventszeit.

Im Tarifstreit bei der Lufthansa ist weiter keine Entspannung in Sicht. Die Airline hat am sechsten Streiktag vorsorglich 933 Flüge gestrichen, 107.000 Passagiere auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken sind betroffen. Seit Beginn des Ausstands am vergangenen Freitag musste die Airline bis einschließlich Mittwoch mehr als 3700 Flüge absagen. Betroffen waren davon rund 443.000 Reisende. Und in der Sache gibt es so gut wie keine Bewegung.

Bettina Volkens vom Lufthansa-Vorstand will im Streit mit der Ufo nicht nachgeben.
Bettina Volkens vom Lufthansa-Vorstand will im Streit mit der Ufo nicht nachgeben.(Foto: dpa)

"Dies ist der längste Streik, den die Kunden der Lufthansa, unsere Mitarbeiter und unsere Partner je erleben mussten", sagte Vorstandsmitglied Bettina Volkens in in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Der finanzielle Schaden liegt schon jetzt in einem deutlichen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich."

Dennoch werde Lufthansa gegenüber der Gewerkschaft Ufo hart bleiben, kündigte Volkens an. "Leider müssen wir diesen Konflikt aushalten für eine erfolgreiche Zukunft der Lufthansa - ganz besonders auch für unsere Mitarbeiter." Volkens forderte die Flugbegleiter zum Einlenken auf. "Mit dem Streik sägen sie an dem Ast, auf dem wir alle sitzen. Die Einzigen, die sich darüber freuen, sind unsere Wettbewerber."

Ufo schließt Verhandlungen aus

Die Managerin warnte zugleich vor weiteren Streiks in der Adventszeit. Auf die Frage, ob Kunden zur Weihnachtszeit mit Streiks rechnen müssten, sagte Volkens. "Ich kann und will mir das nicht vorstellen. Wir müssen unseren Mitarbeitern noch deutlicher machen, dass die Veränderungen für ihre Zukunft und ihre beruflichen Perspektiven wichtig und nicht gegen sie gerichtet sind."

Die Versuche des Dax-Konzerns, den längsten Ausstand in der Unternehmensgeschichte durch die Arbeitsgerichte stoppen zu lassen, blieben bislang folgenlos. Arbeitsgerichte in Düsseldorf und Darmstadt wiesen Anträge auf einstweilige Verfügungen zurück. Ufo darf demnach bis einschließlich Freitag weiter streiken. Die Entscheidung in Düsseldorf will das Unternehmen nun vom dortigen Landesarbeitsgericht stoppen lassen. Die Lufthansa habe Berufung eingelegt, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Dem Gericht zufolge soll die Verhandlung am Nachmittag um 15.30 Uhr beginnen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr bekräftigte derweil seinen harten Kurs gegen die Gewerkschaften, denen in den Jahren zuvor zu häufig nachgegeben worden sei. Zugleich ließ Spohr weitere Verhandlungsbereitschaft erkennen. Ufo-Chef Nicoley Baublies rechnet allerdings nicht damit, dass es noch während des Streiks Verhandlungen geben könnte. Die Lufthansa hat rund zwei Jahre mit der Gewerkschaft verhandelt, Knackpunkt ist die Übergangsversorgung der Kabinenmitarbeiter.

Quelle: n-tv.de

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