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Und langsam Richtung Sonnenuntergang: Für die MS "Deutschland" geht die Reise weiter.
Und langsam Richtung Sonnenuntergang: Für die MS "Deutschland" geht die Reise weiter.(Foto: picture alliance / dpa)

Pleite-Schiff verkauft: MS "Deutschland" sticht wieder in See

Über Jahre fährt die MS "Deutschland" als "Traumschiff" über die Weltmeere. Und ähnlich wie bei kleinen Dramen in der TV-Serie gibt es auch für das insolvente Schiff ein Happy End: Der Name bleibt, die Besatzung größtenteils auch - nur der Eigner wechselt.

Das als "Traumschiff" aus der gleichnamigen Fernsehserie bekannte Kreuzfahrtschiff MS "Deutschland" ist verkauft. Der Erwerber ist ein US-Unternehmen mit "einschlägiger Erfahrung im internationalen Kreuzfahrtgeschäft", wie Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber mitteilte. Der nicht namentlich genannte Käufer habe bereits eine Anzahlung in einstelliger Millionenhöhe geleistet. Der Rest des Kaufpreises sei mit Übergabe des Kreuzfahrtschiffs Ende Mai 2015 fällig.

Der vereinbarte Verkaufspreis sei mit dem Gläubigerausschuss der Beteiligungsgesellschaft abgestimmt worden und werde von diesem Gremium befürwortet, hieß es vom Insolvenzverwalter. Über Details des Verkaufs sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der Erwerber plane nach eigenen Angaben, das Schiff weiter unter dem Namen MS "Deutschland" als Kreuzfahrtschiff einzusetzen und einen Großteil der bisherigen Schiffsbesatzung zu übernehmen.

Die Eigentümerin des Traumschiffs, die MS "Deutschland" Beteiligungsgesellschaft mbH, hatte Ende Oktober einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Eutin eröffnete dann am 1. Januar 2015 das Insolvenzverfahren, allerdings mit dem externen Verwalter Schmid-Sperber. Die Verbindlichkeiten wurden seinerzeit mit rund 60 Millionen Euro für die MS Deutschland sowie mit rund 2 Millionen Euro für die Reederei Peter Deilmann beziffert.

Die Zahl der Gläubiger liege allein bei der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH bei rund 1500. Diese hat eine ausstehende Anleihe über 60 Millionen Euro, die 2012 begeben worden und mit einem Zinssatz von 6,875 Prozent ausgestattet war. Ihr Kurs war mit Bekanntwerden der wirtschaftlichen Probleme kontinuierlich gefallen. Aktuell notiert die Anleihe bei rund 17 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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