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Software AG: Die Marge kann sich sehen lassen.
Software AG: Die Marge kann sich sehen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

30-Euro-Marke greifbar: Margenschub treibt Kurs der Software AG

Im Oktober 2015 senkt die Software AG die Umsatzprognose für ihren wichtigsten Wachstumstreiber. Die Aktie wird abgestraft. Nun präsentiert das Unternehmen seine Quartalszahlen - und überrascht gleich doppelt. Die Aktie ist Topgewinner im TecDax.

Überraschend gut ausgefallene Zahlen verhelfen den Aktien der Software AG zu einem Kurssprung. Die Titel kletterten in der Spitze nahe an die 30-Euro-Marke und schlossen dann um 29 Euro. Der Aufschlag betrug damit mehr als 12,5 Prozent. "Die Kombination aus leicht besser als erwartetem Umsatz plus Margenwachstum kommt immer gut an", sagte ein Händler. Die antizipierte Marge von 30 bis 31 Prozent lege nahe, dass das Unternehmen die Kosten unter Kontrolle habe, sagte DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer.

Im Oktober musste die Software AG die Umsatzprognose 2015 nach verhaltenen ersten neun Monaten für den wichtigen Bereich Digital Business Plattform (DBP), in dem Deutschlands Nummer zwei hinter SAP Integrationssoftware anbietet, noch senken, für die Marge im Konzern wurde der Ausblick damals aber angehoben. Mit dem nun vorgelegten Zahlenwerk wurde die Prognose für DBP erreicht.

Es läuft

Im vierten Quartal erzielte das Unternehmen in dem Zukunftsbereich sowohl beim Lizenzumsatz als auch bei den Wartungserlösen neue Höchstwerte. Insgesamt kletterte der Konzernumsatz auf 257,5 Millionen Euro von 247,3 Millionen Euro. Auch operativ (Ebit) ging es mit 12 Prozent auf 80,1 Millionen Euro deutlich aufwärts.

Der DBP-Umsatz kletterte währungsbereinigt um 2 Prozent, während ein Anstieg von 0 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Auch im traditionellen Datenbank-Geschäft Adabas & Natural (A&N) wurde die Zielmarke mit einem Rückgang von 5 Prozent erreicht. Überraschen konnte der Konzern dagegen bei der Marge, die 2015 auf 30 Prozent von 28 Prozent zulegte. Dieser Ausblick wurde zuletzt um 50 Basispunkte auf 28 bis 29 Prozent angehoben.

"Die Ergebnisse des vierten Quartals unterstreichen das enorme Potenzial unserer Digital Business Platform und bestätigen eindeutig unsere Technologieführerschaft im Markt", sagte Software-AG-Chef Karl-Heinz Streibich. Die Investitionen in den neuen Bereich zahlten sich aus.

Neuausrichtung trägt Früchte

Das Unternehmen hatte sich in den vergangenen Jahren schwer mit dem Wandel der IT-Welt getan. Ein Großteil der Einnahmen ging auf alte Verträge des Datenbankgeschäfts zurück, das langsam ausläuft. Hoffnungen setzt das Unternehmen seit einiger Zeit auf den neueren Bereich DBP, der schrittweise durch Zukäufe aufgebaut wurde. Im Zentrum steht dabei Software für Unternehmen wie Web-Methods zur Integration verschiedener IT-Systeme wie SAP, Oracle oder IBM. Dieser Umbau trägt immer mehr Früchte.

Daher will die Software AG auch im neuen Jahr die Profitabilität im besten Fall weiter steigern. Die Ebita-Marge soll im Konzern zwischen 30 und 31 Prozent liegen. Der Umsatz im Datenbankgeschäft Adabas & Natural soll währungsbereinigt um 4 bis 8 Prozent sinken, im Geschäft mit Prozessmanagement-Lösungen (DBP) soll der Umsatz um 5 bis 10 Prozent zulegen.

Vor der Software AG hatte SAP vergangene Woche Zahlen vorgelegt. Deutschlands größter Softwarekonzern hat im vergangenen Jahr die selbst gesteckten Ziele deutlich übertroffen und auch im wichtigen Schlussquartal bei den meisten relevanten Kennziffern überzeugt.

Quelle: n-tv.de

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