Wirtschaft
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Keine Entwarnung trotz Orderplus: Maschinenbau dreht großes Rad

Der Maschinenbau steuert auf Umsatz- und Exportrekorde zu. Die Schlüsselbranche koppelt sich damit zunehmend von der konjunkturellen Unsicherheit im Euroraum ab. Einen Grund zur Entwarnung sieht der zuständige Branchenverband deshalb aber noch nicht.

Erstmals nach knapp einem Jahr haben die deutschen Maschinenbauer wieder ein Auftragsplus verbucht. Der Branchenverband VDMA sieht dennoch keinen Grund zur Entwarnung. Das niedrige Vorjahresniveau und zahlreiche Großaufträge aus Nicht-Euro-Ländern verzerrten das Bild, erklärte der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Ralph Wiechers. Das Auslandsgeschäft habe im September Rückgänge auf dem Heimatmarkt zwar mehr als kompensieren können. "Die Mehrzahl der Maschinenbauer muss dennoch auf ein klar positives Signal für den weiteren Konjunkturverlauf warten", betonte Wiechers.

Insgesamt stiegen die Bestellungen im September um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während die Orders im Inlandsgeschäft um 14 Prozent sanken, legte das Auslandsgeschäft um 24 Prozent zu. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich von Juli bis September ergab sich ein Minus von einem Prozent. Die Inlandsaufträge schrumpften um 17 Prozent, die Auslandsaufträge nahmen um neun Prozent zu. Die Situation in den Betrieben stelle sich sehr unterschiedlich dar, erläuterte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Im Schnitt seien die Kapazitäten zu 84 Prozent ausgelastet, was ein durchaus befriedigender Wert knapp unterhalb des langjährigen Mittels sei. Immerhin jeder vierte Betrieb habe aber noch freie Kapazitäten.

Zurückhaltung bei Investitionen

Der Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp, Gea oder Gildemeister gehören, macht die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung zu schaffen. Die Kunden halten sich mit Investitionen in neue Maschinen und Anlagen zurück. So hatten die Maschinenbauer im August den zehnten Monat in Folge weniger Aufträge eingefahren.

Die Branche mit mehr als 900.000 Beschäftigen profitiert allerdings noch von den hohen Auftragseingängen im vergangenen Jahr, die erst im Laufe dieses Jahres abgebaut wurden. Die Produktion legte bis zur Jahresmitte 2012 um vier Prozent zu. Der VDMA hob daher seine Jahresprognose im Sommer an und erwartet 2012 eine Steigerung der Produktion um zwei Prozent, nachdem er zunächst von einer Stagnation ausgegangen war. 2013 soll die Produktion um weitere zwei Prozent wachsen.

Quelle: n-tv.de

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