Wirtschaft
Trotz schwachem zweiten Quartal, über das Gesamtjahr betrachtet, könnten die deutschen Maschinenbauer dennoch weiter das große Rad drehen.
Trotz schwachem zweiten Quartal, über das Gesamtjahr betrachtet, könnten die deutschen Maschinenbauer dennoch weiter das große Rad drehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Schlüsselbranche schwächelt: Maschinenbauer dritteln Prognose

Der Konflikt mit Russland hinterlässt bei den deutschen Maschinenbauern Spuren. Das zweite Quartal enttäuscht, der Branchenverband VDMA kappt deshalb die Jahresprognose. Am Jahresende könnten dennoch Rekordzahlen warten.

Nach einem nur durchschnittlich verlaufenen Halbjahr hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) die Hoffnung auf eine deutliche Belebung in der zweiten Jahreshälfte aufgegeben. Daher sei das im Oktober 2013 erwartete Jahreswachstum bei der Produktion von 3 Prozent nicht mehr haltbar. Der Verband geht jetzt nur noch von einem Plus von 1 Prozent aus.

Allerdings reiche auch dieser kleinere Zuwachs aus, so VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers, um mit einem Produktionswert von geschätzt 199 Milliarden Euro einen neuen Rekord für die Branche zu erreichen.

Der Konflikt mit Russland hinterlasse nicht nur im bilateralen Handel Spuren. "Er behindert generell die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten unserer Industrie und drückt weltweit auf die Stimmung", erläuterte Wiechers.

Verhaltene Entwicklung nicht mehr auffangbar

Die insgesamt pessimistischere Haltung des Verbands schlägt auch auf die Aktienkurse von Branchenunternehmen durch. So verlieren DMG Mori Seiki gut 7 Prozent, Gea und Kuka 1 Prozent.

Daran ändert auch die positive Entwicklung im Juni mit einer deutlichen Belebung nichts. Der Auftragseingang erhöhte sich real um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, getragen von den um 14 Prozent gestiegenen Auslandsaufträgen. Im Inlandsgeschäft ging es dagegen um 3 Prozent runter.

Zwischen Januar und Juni stagnierten bei den VDMA-Unternehmen die neuen Order. Das Plus in der Produktion von 3 Prozent im ersten Quartal wurde durch ein Minus in gleicher Höhe im zweiten Vierteljahr wieder aufgezehrt.

Diese verhaltene Entwicklung lasse sich bis zum Jahresende nicht mehr vollständig überwinden. Vor allem auf den Auslandsmärkten fehlten dazu die Impulse. In vielen Ländern habe sich die Wirtschaftsstimmung eingetrübt, was sich in Zurückhaltung bei der Auftragserteilung bemerkbar mache. Dies gelte gerade durch die Ukraine-Krise, so der Verband. Sie hinterlasse nicht nur im bilateralen Handel Spuren, sondern dämpfe auch die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten der Branche.

Quelle: n-tv.de

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