Wirtschaft

VDMA: Belebung im Sommer: Maschinenbauer erwarten Schub

Der deutsche Maschinenbau tritt auf der Stelle. Doch in den nächsten Wochen rechnet der Branchenverband VDMA mit einer spürbaren Belebung. Im Partnerland der Hannover Messe, Russland, haben die Unternehmen für die nächsten Jahre große Pläne.

Am Stand der Grenzebach Maschinenbau GmbH auf der Hannover Messe.
Am Stand der Grenzebach Maschinenbau GmbH auf der Hannover Messe.(Foto: dapd)

Deutschlands Maschinenbauer rechnen nach einem schwachen Jahresstart fest mit merklichem Schub zum Sommer. "Zwei Prozent sind nach wie vor machbar", sagte der Chefvolkswirt des Branchenverbands VDMA, Ralph Wiechers, auf der Hannover Messe und bestätigte damit die Wachstumsprognose für 2013. "Aber wir müssen zulegen im Laufe des Jahres", sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. Wiechers berichtete, dass nach einem sehr verhaltenen Jahresbeginn derzeit vieles klar auf Besserung hindeute. "Dahinter steckt natürlich eine positive Auftragseingangsentwicklung."

Die Bestellungen hätten jüngst angezogen, erklärte Wiechers. "Da ist also eine Aufwärtsbewegung drin, aber diese Aufwärtsbewegung ist eben nicht so dynamisch, dass wir jetzt hier schon in Optimismus ausbrechen würden." Mit 978.000 Beschäftigten im deutschen Maschinenbau erreichte die Personalstärke der Branche einen Rekord. Hesse zufolge hängt die weitere Entwicklung ebenfalls am Schub, auf den derzeit alle warten.

Die Korea-Krise beäugt der Verband mit wachsender Sorge. Eine große Gefahr liege in der Zuliefererwelt, die aus dem Gebiet nach Deutschland exportiere. Hesse gab zu bedenken: "Korea ist ein Teil der Netzwerkstruktur des Maschinenbaus, aber auch der Automobilindustrie und der Elektrotechnologie."

Blick auf Russland gerichtet

In Russland, dem diesjährigen Partnerland der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe, erwartet der VDMA einen Schub. Jeder fünfte deutsche Maschinenbauer plane dort bis 2015 den Aufbau eines Montage- oder Produktionswerkes. Das geht aus einer VDMA-Umfrage hervor. Aktuell haben demnach nur acht Prozent der Befragten Fabriken im größten Flächenland der Erde.

"Russland war 2012 mit Lieferungen von rund acht Milliarden Euro unser viertgrößter Absatzmarkt - damit ein Land der Chancen, aber auch der verpassten Möglichkeiten", sagte Hesse. Nur China, die USA und Frankreich sind wichtiger für die stark mittelständisch geprägten deutschen Maschinenbauunternehmen.

Der in der Umfrage unter den VDMA-Mitgliedern ersichtliche Trend sei ein Beweis für die weiteren Chancen des Marktes. "Getrieben wird dies durch die aktuell sehr dynamische Entwicklung des russischen Pkw-Absatzmarktes", sagte Hesse.

Quelle: n-tv.de

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