Wirtschaft

Lahmer Jahresstart: Maschinenbauer kämpfen

Der deutsche Maschinenbau kommt nicht in Schwung. Insbesondere das Inlandsgeschäft schwächelt zum Jahresbeginn. Die Branche bleibt aber zuversichtlich, denn die Stimmung hellt sich ihren Angaben zufolge auf.

(Foto: dapd)

Ein kräftiger Rückgang der Bestellungen aus dem Inland hat den deutschen Maschinenbauern einen verhaltenen Start ins Jahr beschert. Im Januar lag der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau real um zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilte. Das Inlandsgeschäft sank um sieben Prozent, die Auslandsorders stiegen leicht um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich ergibt sich vom November 2012 bis Januar 2013 eine Stagnation im Vorjahresvergleich. "Ich denke, das charakterisiert auch gut die aktuelle Situation im Maschinenbau: Nicht gut, aber auch nicht schlecht", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers, der aber wieder Wachstumspotenzial sieht: "Die Frühindikatoren sind insgesamt positiv, seit Monaten verzeichnen wir eine bessere Stimmung im Inland wie im Ausland. Das wird sich zeitversetzt auch im Auftragseingang widerspiegeln."

In der Euro-Schuldenkrise hatten Unternehmer aus Unsicherheit Investitionen in Maschinen und Anlagen auf Eis gelegt. Nun sei der Rückgang bei den Unternehmensinvestitionen gestoppt, sagte der Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe, Jörg Zeuner: "Im Laufe des Jahres wird die Bereitschaft der Firmen mehr und mehr steigen, in Maschinen, Geräte oder Fabriken zu investieren. Im Jahr 2014 können die Unternehmensinvestitionen dann wieder wachsen, vorausgesetzt die Rezession in der Eurozone ist beendet."

Erfolg im Ausland

Nach den KfW-Zahlen sind die deutschen Unternehmensinvestitionen im Gesamtjahr 2012 trotz des außerordentlich günstigen Zinsumfelds um 2,5 Prozent geschrumpft. Das hat auch die Maschinenbauer getroffen, die ihre Produktionsprognose von zwei Prozent Wachstum verfehlten und nur ein mageres Plus von 0,9 Prozent erreichten. "Der Dezember hat uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht, aber die Abweichung ist sicherlich verschmerzbar. Schön ist, dass wir der einzige Industriezweig sind, der im Jahr 2012 Plusraten bei der Produktion verzeichnen kann", sagte Wiechers.

Laut Wiechers hat die Schlüsselindustrie im vergangenen Jahr 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit waren in der Branche zum Jahresende nach früheren Angaben 978.000 Menschen beschäftigt - so viele wie in keinem anderen Industriezweig.

Ein Grund für diese Entwicklung war der Erfolg im Ausland: "Dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist es 2012 gelungen, seinen bisherigen Exportrekord von 2008 zu brechen. Einem nominalen Zuwachs von fünf Prozent steht ein Exportvolumen von 145 Milliarden Euro gegenüber", betonte Wiechers. Dabei sei das Chinageschäft um zehn Prozent oder 1,8 Milliarden Euro geschrumpft. "Interessanterweise ist das genau der Betrag, den wir bei den Exporten in die USA gewinnen konnten."

Quelle: n-tv.de

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