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Produktpiraterie kostet Milliarden: Maschinenbauer wollen sich wehren

Deutschlands findige Maschinenbauer werden immer dreister bestohlen. Produktpiraten kopieren ganze Maschinen, beliebtes Ziel ist Hightech. Der geschätzte Schaden geht in die Milliarden. Nun formt sich eine Allianz zur Piratenjagd.

Für besonders freche Plagiate gibt es sogar einen Preis: Der Plagiarius wird jährlich verliehen. Im Jahr 2012 zum Beispiel an diese Kopie einer Leichtbau-Schmiedefelge.
Für besonders freche Plagiate gibt es sogar einen Preis: Der Plagiarius wird jährlich verliehen. Im Jahr 2012 zum Beispiel an diese Kopie einer Leichtbau-Schmiedefelge.(Foto: picture alliance / dpa)

Die illegale Schattenwirtschaft mit Plagiaten und Nachbauten kostet die deutschen Maschinenbauer jedes Jahr Milliarden - Tendenz weiter steigend. Einer Umfrage zufolge sind inzwischen fast drei von vier Maschinen- und Anlagenbauern oder 71 Prozent von Produkt- und Markenpiraterie betroffen, wie der Branchenverband VDMA zum Start der Industrie-Weltleitmesse in Hannover berichtete. Basis der Analyse, die den jährlichen Schaden mit schätzungsweise 7,9 Milliarden Euro beziffert, ist eine Umfrage unter 3100 VDMA-Firmen.

Die alarmierend hohe Schadenssumme sei ein neuer Höchststand, so der VDMA. Der unterstellte Umsatzverlust der 7,9 Milliarden Euro habe einen Gegenwert von rund 40.000 Arbeitsplätzen. Betroffen von der illegalen Nachahmung und dem Diebstahl geistigen Eigentums sei vor allem der Hightech-Bereich. Allen voran litten die Sparten Holzbearbeitung, Textilmaschinen und Landtechnik. Dort habe die Umfrage ergeben, dass rund 90 Prozent der Befragten betroffen sind.

Mehr Schutz gegen Spionage

Als Gegenmittel will die Branche Deutschlands industrielles Know-how künftig stärker gegen Spionage und Diebstahl schützen. Auf der Messe unterzeichnete Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen eine entsprechende Absichtserklärung mit dem VDMA. Der Schaden erreiche immer größere Ausmaße, betonte auch der Verfassungsschutz.

Maaßen hatte erst vor kurzem mit Hinweis auf das Risiko eines zunehmenden Daten-Diebstahl mehr Engagement der deutschen Wirtschaft bei der Datensicherheit gefordert. Seine Behörde will angesichts der wachsenden Gefahr einer Ausspähung von Unternehmen und ihres technologischen Fortschritts stärker mit der Wirtschaft zusammenarbeiten und ihre Beratung intensivieren. Maaßen hatte sich zuletzt auf der Computermesse CeBIT im Fall von Cyberattacken für ein Meldesystem bei derartigen Fällen ausgesprochen.

Quelle: n-tv.de

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