Wirtschaft
Dem Fastfoodriesen McDonald's steht ein Konzernumbau bevor.
Dem Fastfoodriesen McDonald's steht ein Konzernumbau bevor.

Schlanker, effizienter, billiger: McDonald's-Chef setzt auf den "Neustart"

Neun Wochen ist der McDonald's-Chef Steve Easternbrook im Amt, schon präsentiert er eine neue Firmenstrategie. Filialen sollen an Franchise-Nehmer verkauft werden, die Qualität des Essen steigen. Auch auf die Mitarbeiter kommen Veränderungen zu.

Die Fastfoodkette McDonald's will sich neu ausrichten und damit 300 Millionen US-Dollar pro Jahr sparen. Geplant ist unter anderem ein schnellerer Verkauf von konzerneigenen Restaurants an Franchise-Nehmer, die Neuordnung des Auslandsgeschäftes in neue Segmente und die Verringerung der Bürokratie, um die Organisation flexibler zu machen.

McDonald's-Chef Steve Easterbrook - gerade mal neun Wochen im Amt - stellte die Strategie in einem Video vor, das auf der McDonald's-Konzernwebseite veröffentlicht wurde. Er gewährte Investoren damit einen ersten, ausführlichen Einblick in seinen Plan für die Schnellrestaurantkette.

Demnach will McDonald's bis 2018 insgesamt 3500 seiner konzerneigenen Restaurants an Franchise-Nehmer verkaufen. Bislang hatte das Unternehmen die Veräußerung von 1500 Restaurants bis 2016 vorgesehen. Damit würden dann etwa 90 Prozent der McDonald's-Filialen als Franchise geführt, aktuell sind es etwa 81 Prozent, so Easterbrook. Weltweit gibt es rund 36.000 McDonald's-Restaurants. Diese Veränderung werde zu einem stabileren, besser prognostizierbaren Umsatz führen, argumentierte er.

Neuordnung in vier Segmente

Seit neun Wochen ist Steve Easterbrook Chef bei McDonald's.
Seit neun Wochen ist Steve Easterbrook Chef bei McDonald's.

Der Konzernchef kündigte zudem die Neuordnung des globalen Geschäfts zum 1. Juli in vier Segmente an: Die USA, "internationale Leitmärkte" wie Australien und Großbritannien, Wachstumsmärkte wie China und Polen sowie das Segment Basismärkte, das den Rest umfasst. Damit sollen Märkte zusammengefasst werden, die ähnliche Dynamiken und Herausforderungen haben, statt diese nach ihrer geographischen Nähe zu gruppieren. Dank der Neuordnung werde der Konzern schneller auf sich verändernde Kundenbedürfnisse reagieren können. Die meisten Maßnahmen sollen bis Ende 2017 realisiert werden.

Easterbrook hatte bereits im Vorfeld Änderungen bekannt gegeben. Unter anderem stehen eine Anhebung der Löhne von McDonald's-Restaurant-Mitarbeitern, die Einschränkung des Einsatzes von Antibiotika bei Hühnern in den USA und der ganztägige Verkauf von Frühstücksangeboten auf der Agenda.

Easterbrook hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Probleme anzugehen, mit denen McDonald's in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte: Veränderungen im Kundengeschmack, ein höherer Wettbewerb in den USA, sowie Probleme mit der Lebensmittelsicherheit in Asien und dem wirtschaftlichen Abschwung in Europa machen dem Konzern zu schaffen. Der McDonald's-Chef betonte außerdem, wie wichtig es sei, die Nahrungsmittelqualität und den Kundenservice zu verbessern und äußerte sich offen über die Notwendigkeit, mutig zu handeln.

Stellen könnten gestrichen werden

"Die Stärke unseres Geschäftsmodells überdauert", sagte er in dem 23-minütigen Video. "Aber kein Geschäft oder keine Marke hat ein göttliches Recht auf Erfolg. Und die Realität ist: Unsere jüngste Geschäftsentwicklung war schwach. Die Zahlen lügen nicht."
"In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Welt außerhalb des Geschäftes schneller verändert als innerhalb", sagte Easterbrook weiter. "Ich werde nicht vor der dringenden Notwendigkeit zurückschrecken, diesem Geschäft einen Neustart zu geben."

Der Konzernchef kündigte an, die Unternehmensstruktur in den kommenden Wochen zu überprüfen und deutete an, dass auch einige Stellen gestrichen werden könnten. "Bürokratische Prozesse werden über Bord geworfen, um die Entscheidungsfindungen und Handeln flexibler zu machen", sagte Easterbrook. Allerdings äußerte es sich nicht speziell zu der Möglichkeit eines Stellenabbaus.

Die von Easterbrook offerierten Einzelheiten zu der Strategie, deren Fokus auf der operativen Struktur liegt, scheinen Investoren allerdings zunächst zu enttäuschen. Die McDonald's-Aktie fielen im frühen Handel am Montagmorgen um 1,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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