Montag, 31. August 2009
Aufschwung mit Elektroautos: McKinsey wiegelt ab
Das Elektroauto wird sich in Deutschland einer Studie zufolge deutlich langsamer verbreiten als von der Bundesregierung angenommen. Das zumindest glauben die Experten der Unternehmensberatung McKinsey.
Marktreife erst in zehn Jahren? Das einflussreiche Beratungsunternehmen rechnet mit einem Marktanteil der E-Pkw von maximal neun Prozent bis 2020.
(Foto: REUTERS)
Nach einer am Montag vorgestellten Studie könnten Autos mit Elektronantrieb vor allem in Europa und Asien bis zum Jahr 2020 markttauglich werden. Für Deutschland ergebe sich dann ein Potenzial von 100.000 bis 400.000 Autos, stellte McKinsey in Aussicht. Weltweit könnten Autos mit Elektroantrieb binnen der nächsten elf Jahre einen Marktanteil zwischen einem und neun Prozent erobern. Der herkömmliche Verbrennungsmotor werde aber weiterhin die dominierende Antriebsart bleiben.
In früheren Studien hatten die Berater stets darauf hingewiesen, dass die Nachfrage nach alternativen Antriebsformen stark von Rahmenbedingungen wie der nationalen Kraftstoffbesteuerung, der staatlichen Begrenzung des Schadstoffausstoßes und vor allem der Entwicklung des Ölpreises abhängt.
Die aktuelle Studie der Beratung steht in krassem Gegensatz zum Plan der Bundesregierung, die Deutschland zum Weltmarktführer für Elektroautos machen will. Einem vom Kabinett Mitte August verabschiedeten "nationalen Entwicklungsplan" zufolge sollen 2020 bereits eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.
Die Bundesregierung hatte bei Vorlage ihrer Pläne Forschungs- und Entwicklungsbeihilfen von mehr als 500 Mio. Euro angekündigt. Für die auslaufende Abwrackprämie hatte die Bundesregierung mit fünf Milliarden Euro rund zehn Mal so viel Geld zur Verfügung gestellt.
Der McKinsey-Studie zufolge könnten durch die zunehmende Verbreitung von Elektro- und Hybridantrieben weltweit bis zu 140.000 neue Arbeitsplätze entstehen, beispielsweise in den Sparten Batterietechnik, Elektromotoren, Elektronik und Verkabelung.
Im Gegenzug drohe der Verlust von bis 46.000 Jobs bei Autoherstellern und Zulieferern, da konventionelle Antriebstechniken und -komponenten durch die Elektrifizierung der Fahrzeuge entfallen könnten.
In Deutschland könnten dadurch 12.000 Stellen überflüssig werden, das entspreche etwa zehn bis 15 Prozent der derzeitigen Zahl der Arbeitsplätze im Bereiche Antriebstechnik.
Die Unternehmensberatung McKinsey berät nach eigenen Angaben unter anderem auch "Automobilhersteller, deren Zulieferer und Vertriebspartner".
mmo/rts
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