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(Foto: picture alliance / dpa)

"Historischer" Mega-Auftrag für Airbus: Lion Air will Hunderte Flieger

Für Airbus läuft es richtig gut. Nachdem Turkish Airlines einen Mega-Auftrag bei der EADS-Tochter lanciert hat, geht nun eine weitere Rekordorder ein. Indonesiens größte Fluggesellschaft will mehr als 230 Maschinen der A320-Familie kaufen. Ein zweistelliger Milliardenbetrag winkt. Das sorgt für Kauflaune bei den Anlegern.

Die EADS-Tochter Airbus hat den größten Auftrag seiner Geschichte von einem indonesischen Billigfluganbieter erhalten. Lion Air habe 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Mrd. Euro bestellt, teilten Airbus und die französische Regierung mit. Staatspräsident Francois Hollande erklärte, der Auftrag sei "der größte für Airbus sowohl was die Zahl der Maschinen als auch das Gesamtvolumen angeht". Die Anleger freut's: In einem schwachen Marktumfeld zogen die EADS-Titel um mehr als ein Prozent an.

Die Asiaten sollen 174 Maschinen der neuen Baureihen A320neo und A321neo erhalten. Hinzu kommen 60 herkömmliche A320-Modelle. Lion Air ist die größte private Fluggesellschaft Indonesiens. Sie bietet in erster Linie Inlandsflüge an, fliegt aber auch nach Singapur, Malaysia, Vietnam und Saudi-Arabien. Lion Air will die regionale Branchengröße AirAsia nun mit einer Tochtergesellschaft in dessen Heimat Malaysia angreifen. Flüge nach Europa und in die USA bleiben Lion Air wegen fehlender Sicherheitsstandards bislang verwehrt.

Lion Air will an die Börse

Mit dem Auftrag von Lion Air luchste Airbus dem Erzrivalen Boeing einen seiner größten Kunden in den Schwellenländern ab. Die Indonesier hatten noch vor zwei Jahren 201 Maschinen für 22 Mrd. Dollar bei den Amerikanern bestellt. Lion Air baute seine Flotte zuletzt stark aus, um den Bedarf nach Mittelstrecken-Fliegern auf dem schnell wachsenden Luftfahrtmarkt des Landes zu decken.

Lion-Air-Chef Rusdi Kirana kündigte an, für 2015 den Gang aufs Parkett erneut anzustreben. Erst im vergangenen Jahr hatten die Indonesier den Börsengang wegen der Marktturbulenzen auf Eis gelegt. Auf die Frage, was mit den frisch bestellten Maschinen geschehen soll, sagte Kirana: "Ich werde neue Airlines in anderen Ländern gründen, im asiatisch-pazifischen Raum."

Neuer Auslieferrekord wartet

Trotz konjunktureller Schwankungen erweist sich das Verkehrsfliegergeschäft weltweit als robust. Zahlreiche Fluglinien modernisieren ihre Flotten, um mit spritsparenden Jets auf steigende Treibstoffpreise zu reagieren. Für den Airbus-Mutterkonzern EADS ist der Boom in der Zivilluftfahrt ein Segen. Für das laufende Jahr will das Unternehmen mit bis zu 610 Airbus-Zustellungen den bisherigen Auslieferrekord knacken.

Airbus hatte bereits Ende vergangener Woche einen Großauftrag bekannt gegeben: Turkish Airlines bestellte 82 Maschinen ebenfalls aus der A320-Familie im Wert von insgesamt  9,3 Mrd. Dollar (7,17 Mrd. Euro). Darüber hinaus ging Turkish Airlines eine Kaufoption für 35 zusätzliche Flugzeuge ein. Damit würde sich der Gesamtwert der Bestellung von dann 117 Flugzeugen auf umgerechnet rund 11,9 Mrd. Euro belaufen.

Das Geschäft mit Rüstungstechnik läuft indes weniger gut. Die Sparte wird derzeit saniert und stellt sich angesichts knapper Staatsetats in Europa auf schwierigere Zeiten ein.

Die Konkurrenz bleibt Airbus allerdings auf den Fersen. Kreisen zufolge bestellt der irische Billigflieger Ryanair demnächst bei Boeing 170 Maschinen vom Typ 737 für 15 Mrd. Dollar. Der US-Rivale hatten Airbus im vergangenen Jahr als absatzstärkster Anbieter abgelöst, in diesem Jahr wollen die Europäer wieder näher an die Amerikaner heranrücken. Beide haben bei ihren großen Modellen allerdings mit technischen Problemen zu kämpfen. Boeings Prestigeobjekt "Dreamliner" musste nach Problemen mit brandgefährlichen Batterien zuletzt am Boden bleiben. Der Airbus-Riesenflieger A380 musste zur Reparatur von Haarrissen in die Werkstätten.

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Quelle: n-tv.de

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