Wirtschaft

"Gesundheitliches Problem": Mehdorn geht in Rente

Mit 72 ist nun Schluss: Hartmut Mehdorn - ein Hansdampf in allen Gassen - verabschiedet sich von der Geschäftswelt. Als Chef der Bahn, von Air Berlin oder des Berliner Flughafens war er in den Medien stets präsent.

Manager mit Ecken und Kanten: Hartmut Mehdorn.
Manager mit Ecken und Kanten: Hartmut Mehdorn.(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemalige Bahn- und Berliner-Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn verabschiedet sich aus der Geschäftswelt. Nach einer Krankheit tritt der 72-Jährige von allen seinen Ämtern zurück. "Ich hatte ein gesundheitliches Problem, ich bin in Behandlung, aber auf dem Wege der Besserung", sagte Mehdorn dem "Tagesspiegel".

An welcher Krankheit er leidet, sagte Mehdorn nicht. Sie sei für ihn aber überraschend gekommen. Man solle das Thema nicht dramatisieren. "Aber es wird für mich jetzt Zeit, in den Ruhestand zu gehen."

Der langjährige Top-Manager trat von seinem Posten im SAP -Aufsichtsrat zurück und will nun auch sein letztes Mandat im Kontrollgremium bei einer Firma im Ausland niederlegen. Seine Zeit werde er künftig an seinen beiden Wohnsitzen in Berlin und Südfrankreich verbringen.

Damit dankt einer der bekanntesten deutschen Manager ab. Einer seiner letzten Jobs war es, den neuen Berliner Flughafen (BER) nach massiven Verspätungen und Kostensteigerungen wieder auf Kurs zu bringen. Doch nach Querelen mit dem Aufsichtsrat trat er vorzeitig ab.

Der Luftfahrt war Mehdorn in seinem Leben immer eng verbunden. "Ich wollte Pilot werden, ich war früh vom Fliegen fasziniert." Als Kind sei er in seiner Heimatstadt Berlin oft zum Flughafen Tegel geradelt, um Starts und Landungen zu beobachten.

Der Pilotentraum erfüllte sich nicht, doch die ersten 30 Jahre seines Berufsleben arbeitete Mehdorn als Ingenieur in der Luftfahrtbranche - bei der Deutschen Aerospace,  Messerschmidt Bölkow-Blohm und Airbus. Später lenkte er den Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck und die Deutsche Bahn. Der Staatskonzern setzte ihn 2009 nach fast zehn Jahren an der Spitze wegen einer Datenaffäre vor die Türe. Bei seinem nächsten Job als Chef von Air Berlin blieb er glücklos, da er die schwer angeschlagene Fluglinie nicht auf Gewinne trimmen konnte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen