Wirtschaft
Flugzeug über Raunheim beim Landeanflug auf den nahe gelegenen Frankfurter Flughafen.
Flugzeug über Raunheim beim Landeanflug auf den nahe gelegenen Frankfurter Flughafen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Reich durch Fluglärmentschädigung?: Mehr Geld für Villen-Besitzer

Wohl kaum jemand würde in einer Einflugschneise ein Eigenheim errichten, weil der Fluglärm die Lebensqualität erheblich mindert. Oft haben aber Hausbesitzer das Nachsehen, wenn die Einflugschneise später über sie kommt. Wenn sie Glück haben, werden sie für die Unannehmlichkeit entschädigt. Nach den Plänen der Bundesregierung soll das neu geregelt werden.

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Die Bundesregierung will die Besitzer teurer Häuser für Fluglärm künftig offenbar stärker entschädigen als bisher. Entschädigungszahlungen sollen sich nicht mehr nur nach dem Haustyp richten, sondern auch nach dem Verkehrswert des Hauses, berichtete die "Bild"-Zeitung aus einem Verordnungsentwurf des Umweltministeriums. Das hieße laut Zeitung, dass ein Villenbesitzer höhere Ausgleichszahlungen bekomme als der Besitzer eines kleinen Hauses.

Die SPD kritisierte das Vorhaben: "Lärm ist gleich Lärm und richtet sich nicht nach dem Geldbeutel der Menschen", sagte der verkehrspolitische Sprecher Sören Bartol. Die Bundesregierung müsse alle Fluglärm-Betroffenen gleich entschädigen.

Auf Miete im eigenen Haus wohnen

Dass die bisherigen Entschädigungen die Hausbesitzer bislang nicht milde stimmen, belegen die Angaben der Fraport AG. So hätten seit Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Airport mehr als 130 lärmgeplagte Anwohner ihr Haus an die Flughafenbetreiber verkauft. Laut Fraport liegen Hunderte weitere Anträge von Anliegern vor, die ihre Immobilie beim sogenannten Casa-Programm abstoßen wollen. Bislang seien rund 26 Millionen Euro für Häuser und Wohnungen ausgegeben worden.

Seit Eröffnung der Nordwest-Landebahn im Oktober 2011 kauft Fraport Immobilien in den neuen Einflugschneisen. Ein Verkaufsrecht wird Hausbesitzern eingeräumt, die ihre Immobilie vor dem 10. Juni 2002 erstanden haben. Von diesem Tag an sei der Bau der neuen Landebahn vorhersehbar gewesen. Wer möchte, kann seine Immobilie nach dem Verkauf an die Fraport von dem Unternehmen mieten und so weiter in dem Haus wohnen bleiben - ohne große finanzielle Verluste. Die Fraport AG investiert im Schnitt 200.000 Euro pro Immobilie.

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Quelle: n-tv.de

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