Wirtschaft
Bis Ende der Woche können an Geldautomaten höchstens 60 Euro pro Tag abgehoben werden.
Bis Ende der Woche können an Geldautomaten höchstens 60 Euro pro Tag abgehoben werden.(Foto: AP)
Donnerstag, 09. Juli 2015

Das Geld ist weg: Mehrere griechische Banken nicht zu retten

Die vier großen griechischen Banken sind schwer angeschlagen, weil die Kunden ihre Konten leerräumen. Zwei der vier dürften am Ende auf der Strecke bleiben, auch wenn sich Griechenland erholt. Um den Geldabfluss zu stoppen, bleiben die Banken die Woche über dicht.

Selbst bei einer Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland könnte Insidern zufolge ein Umbruch in der Bankenbranche des Euro-Staates anstehen. Mehrere große Institute müssten wohl geschlossen werden und mit stärkeren fusionieren, heißt es in Insiderkreisen. Am Ende könnten von den vier großen Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus und Alpha Bank noch zwei bestehen bleiben. Einem zweiten Insider zufolge sind zwar Fusionen von Banken notwendig. Ein Umbau der Branche könne aber über eine längere Zeit hinweg erfolgen.

Eine Restrukturierung der Branche würde wohl auf heftigen Widerstand bei der Regierung in Athen stoßen, denn neben Kosteneinsparungen ist damit auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Einer der Insider sagte, falls ein Rettungspaket geschnürt werde, müsse sofort gehandelt werden. "Zypern könnte ein Vorbild sein." Im Zuge des Reformprogramms für den Inselstaat war eine der zwei großen Banken dort geschlossen worden.

Der Umbau würde den Insidern zufolge mit einer Stärkung der Kapitaldecke der stärksten Institute beginnen. Danach könnten die Planungen im Detail erarbeitet werden. Auf den politischen Widerstand angesprochen, auf den solche Schritte treffen würden, sagte einer der Insider, es gebe ein Interesse, weniger Banken zu haben. "Aber ich frage mich, ob das kurzfristig sinnvoll ist." Ein hochrangiger griechischer Banker sagte zudem, weniger Banken bedeuteten auch weniger Wettbewerb.

Banken über die Woche geschlossen

Würden Banken geschlossen, läge dies in der Verantwortung der griechischen Behörden, die Überwachung des Vorgangs indes bei der Europäischen Zentralbank. Das griechische Finanzministerium äußerte sich bislang nicht dazu. Die EZB erklärte, ihre Bankenaufsicht beobachte die Lage genau und stehe in ständigem Kontakt mit der griechischen Notenbank.

Die griechischen Institute sind schwer angeschlagen, weil viele Kunden aus Angst vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone ihre Konten leergeräumt haben. Im Moment sind alle Banken bis mindestens Sonntag geschlossen. An Geldautomaten können höchstens 60 Euro am Tag abgehoben werden. Die griechische Regierung hofft auf ein drittes Hilfspaket der anderen Euro-Staaten und hat für Donnerstag detaillierte Reformvorschläge angekündigt.

Quelle: n-tv.de

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