Wirtschaft
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Gezerre um Milliardenhilfe: Mehrheit der Finanzprofis erwartet "Grexit"

Wird Griechenland die Eurozone verlassen? Die meisten Finanz-Experten gehen einer Umfrage zufolge davon aus. Vor einigen Wochen hatten sie die Situation noch ganz anders eingeschätzt.

Analysten, Investoren und Händler gehen mehrheitlich davon aus, dass Griechenland die Eurozone verlassen wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Demnach rechnen 52 Prozent der Befragten mit einem "Grexit". 43 Prozent erwarten, dass Griechenland im gemeinsamen Währungsraum bleibt.

Die Stimmung unter den Finanzprofis hat sich damit innerhalb weniger Monate gedreht. Mitte Januar waren noch mehr als 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass Griechenland auf absehbare Zeit Mitglied der Eurozone bleiben werde.

Ein unmittelbarer Austritt steht den Befragten zufolge aber nicht bevor. 18 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass Griechenland noch in diesem Jahr die Eurozone verlässt. 22 Prozent sagen den Austritt für das kommende Jahr voraus. Weitere 12 Prozent rechnen damit, dass der Schritt nach 2016 erfolgen wird.

Die griechische Regierung und die Eurozone verhandeln derzeit um Milliardenhilfen. Die Kreditgebergruppe aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank will die letzte milliardenschwere Tranche aus dem zweiten Hilfspaket erst freigeben, wenn Athen im Gegenzug vorher Sparmaßnahmen und Strukturreformen umsetzt.

Wie lange die griechische Regierung ohne Hilfe noch ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, ist unklar. Allgemein wird davon ausgegangen, dass ihr ohne Hilfe das Geld spätestens im Juni ausgeht - mit ungewissen Folgen.

Quelle: n-tv.de

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