Wirtschaft
Was passiert mit Bernie Ecclestone?
Was passiert mit Bernie Ecclestone?(Foto: dpa)

Bestechung, Erpressung?: Mercedes will Ecclestone feuern

Alarmstufe Rot für Bernie Ecclestone: Die Bestechungsaffäre um den Verkauf von Formel-1-Anteilen ist für den Formel-1-Chef offenbar noch nicht ausgestanden. Nun droht dem Briten offenbar verschärfter Widerstand von Mercedes.

Mercedes strebt für den Fall einer Anklage gegen Bernie Ecclestone wegen des Verdachts der Bestechung angeblich die Absetzung des Formel-1-Chefvermarkters an. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Sollte Anklage erhoben werden, wollen die Schwaben demnach mit den anderen Teams und den Sponsoren über Ecclestones Position diskutieren und einen Abgang des 82 Jahre alten Briten forcieren. "Wir wollen, dass die Formel 1 ein sauberer Laden ist", wurden Daimler-Konzernkreise zitiert.

Ein Mercedes-Sprecher wollte den Bericht am Rande des Großen Preises von Südkorea weder dementieren noch bestätigen. "Wir bitten um Verständnis, dass wir Spekulationen nicht kommentieren", hieß es. Fraglich ist zudem, ob die übrigen Teams einem Versuch, Ecclestone im Falle einer Anklagerehebung abzulösen, überhaupt zustimmen würden.

44 Millionen Dollar für Gribkowsky

Ecclestone hatte dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs der Bank-Anteile an der Formel 1 bezahlt. Das Geld hatte Gribkowsky zudem nicht versteuert. Der Ex-Banker war deshalb vor drei Monaten zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit seinen Aussagen bei der Münchner Staatsanwaltschaft hatte Gribkowsky Ecclestone zuletzt schwer belastet, so dass eine Anklage gegen den Briten geprüft wird.

Demnach soll Ecclestone gewusst haben, dass Gribkowsky Amtsträger war und damit kein Geld annehmen durfte. Zudem könnte der Preis für den Aktien-Deal zu niedrig gewesen sein. Ecclestones Anwälte wollen eine Anklage verhindern. Der Brite beteuerte stets, er habe sich von Gribkowsky erpresst gefühlt.

Für die Zustimmung zum neuen Formel-1-Grundlagenvertrag zwischen den Rennställen, dem Automobilweltverband FIA und dem Vermarkter FOM soll sich Mercedes mehrere Rechte gesichert haben. "Vertraglich sind wir in der Formel 1 genauso nach Daimler-Standard aufgestellt wie überall anders auch", sagte der Mercedes-Sprecher. Dies beträfe auch "das Thema Compliance", also die für Großkonzerne üblichen Regeln zu Abwehr von unsauberen Geschäften.

Laut Bericht soll dies neben Akteneinsicht etwa auch beinhalten, personelle Konsequenzen zu verlangen, sollte ein Formel-1-Manager wegen Gesetzesverstößen verurteilt werden. Für den Fall, dass sich dieser Manager an der Macht hält, hätte Daimler wie jeder andere Großkonzern das Recht, sich zurückzuziehen. Der neue Grundlagenvertrag, das sogenannte Concorde Agreement, soll am 23. Oktober präsentiert werden.

Quelle: n-tv.de

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