Mittwoch, 30. Dezember 2009
"Alte Gruppe ist Geschichte": Merckle sieht Licht
Der Ulmer Unternehmer Ludwig Merckle ist zuversichtlich, bald wieder volle Handlungsfreiheit im überschuldeten Imperium seines Vaters Adolf Merckle zu haben. Die Tilgung und Refinanzierung der Schulden komme gut voran, sagt Merckle.Wie er gegenüber der Ulmer "Südwest Presse" weiter äußerte, habe dazu vor allem der Verkauf von Anteilen an HeidelbergCement beigetragen. "Klar ist es, dass es die alte Merckle-Gruppe in dieser Form nicht mehr geben wird. Mein Ziel ist es, möglichst viel von dem zu erhalten, was mein Vater aufgebaut hat", sagte er.
Sein Vater Adolf Merckle hatte sich Ende 2008 an der Börse verspekuliert und sein Imperium mit 100.000 Mitarbeitern dadurch an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Die Gläubigerbanken üben seitdem massiven Druck auf die Unternehmensgruppe aus. Am 5. Januar 2009 beging Adolf Merckle Selbstmord.
Ludwig Merckles Anteil an dem hoch verschuldeten Baustoffkonzern war von 72,4 Prozent auf 24,4 Prozent gesunken. "Gleichzeitig wurde HeidelbergCement gestärkt und ist jetzt ein Kandidat für den Dax. Dies war mir wichtiger als der Verlust der Mehrheit", so Merckle.
Durch den von den Banken verlangten Verkauf des Ulmer Arzneimittelherstellers Ratiopharm kann die Merckle-Dachgesellschaft VEM ihre Schulden vermutlich komplett tilgen.
wne/dpa
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