Wirtschaft
"Fünf Prozent mehr": Die Gewerkschaft will an dieser Forderung festhalten.
"Fünf Prozent mehr": Die Gewerkschaft will an dieser Forderung festhalten.(Foto: dpa)

"Kein Grund für Krisengejammer": Metaller pochen auf fünf Prozent mehr

In den Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich keine schnelle Lösung ab: Die erste Tarifrunde geht ergebnislos zu Ende. Die 5-Prozent-Forderung halten die Arbeitgeber für unerfüllbar.

Die erste Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie endet ohne greifbare Ergebnisse. Die IG Metall hält an ihren Forderungen von fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten fest. Die Arbeitgeberseite warnte nach den Gesprächen davor, unerfüllbare Erwartungen zu wecken. Die Verhandlungsführer beider Seiten waren zuvor am Tagungsort in Krefeld ohne Einigung auseinandergegangen.

Video

Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung mit einer stabilen Auslastung und der guten Beschäftigungslage der Betriebe. "Es gibt keinen Grund für die Arbeitgeberseite, in Krisengejammer zu verfallen", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Knut Gießler.

"Lahmende Ente"?

Die Arbeitgeberseite teilte dagegen mit, eine Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent würde die Unternehmen der Branche im internationalen Wettbewerb zurückwerfen. Die Gewerkschaft solle ihre Tarifpolitik an den ökonomischen Fakten ausrichten.

"Man kann aus einer lahmenden Ente keinen starken Adler machen", erklärte der Präsident von Metall NRW, Arndt Kirchhoff, mit Blick auf die Konjunkturlage. Wörtlich forderten die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber die IG Metall dazu auf, bei ihren Mitgliedern "keine unerfüllbare Erwartungshaltung zu wecken und ihre Tarifpolitik an den ökonomischen Fakten auszurichten".

"Auf Wachstumskurs"

Gestützt auf die ökonomischen Fakten kommt die Bundesregierung in ihrem jüngsten Konjunkturausblick jedoch zu vergleichsweise optimistischeren Schlüssen. "Die deutsche Wirtschaft ist gut in das Jahr 2016 gestartet und bleibt trotz eines unsichereren globalen Umfelds auf Wachstumskurs", heißt es im aktuellen Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. "Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung nach dem guten Start im ersten Quartal des Jahres weiter zunehmen."

Eine schnelle Einigung ist in der Metall- und Elektroindustrie vorerst nicht zu erwarten. Am 11. April gehen die Verhandlungen in die zweite Runde.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen