Wirtschaft

Suizid wegen unheilbarer Krankheit?: Metro-Gründer tot aufgefunden

Der Mitbegründer des größten deutschen Handelskonzerns Metro, Otto Beisheim, ist tot. Er litt an einer nicht heilbaren Krankheit. Das Unternehmen würdigte Beisheim als "Pionier und eine Legende in der deutschen und internationalen Handelsbranche."

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Der Gründer des Metro-Handelskonzerns, Otto Beisheim, ist tot. Der 89-Jährige sei am Montagmorgen in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden worden, teilte die Agentur Brunswick als Vertreter des Familienbüros der Otto Beisheim Gruppe mit. "Er litt an einer nicht heilbaren Krankheit und ist aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage aus dem Leben geschieden", hieß es in der Mitteilung.

Beisheim gehörte zusammen mit der Familie Schmidt-Ruthenbeck zu den Gründern der Düsseldorfer Metro AG. Der mehrfache Milliardär hielt zuletzt ungefähr 10 Prozent der Anteile am weltweit tätigen Konzern, zu dem unter anderem Kaufhof, MediaMarkt, Real und Saturn gehören). Sein Vermögen wird auf rund 4,8 Mrd. Euro geschätzt.

Der Handelsriese Metro würdigte Beisheim als "Pionier und eine Legende in der deutschen und internationalen Handelsbranche." Mit seinem Konzept des Selbstbedienungsgroßhandels Metro Cash & Carry habe er ab Mitte der 60er Jahre eine ganze Branche revolutioniert und damit zugleich das Fundament für die heutige Metro Group gelegt.

Beisheim wurde vielfach für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet, auch mit dem Bundesverdienstkreuz. Zuletzt lebte er in der Schweiz und in Rottach Egern am Tegernsee. Sein Erbe soll in die beiden gemeinnützigen Otto-Beisheim-Stiftungen in München und in Baar in der Schweiz übergehen, hieß es weiter. Damit werde sein kulturelles, karitatives und unternehmerisches Engagement fortgeführt.

Bundesweit bekannt wurde der Milliardär auch durch das Beisheim-Center an Potsdamer Platz in Berlin. 2004 wurde der Komplex eingeweiht, in dem sich unter anderem Hotels der Ketten Ritz-Carlton und Marriott befinden.

Umstritten ist indes Beisheims Rolle im Zweiten Weltkrieg. Dem "Spiegel" zufolge war er Mitglied der Waffen-SS. Beisheim habe "nur niedere Dienstgrade bekleidet" und sei 1942 in den Arbeits- und Heeresdienst eingerückt, sagte eine Sprecherin lediglich.

Quelle: n-tv.de

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