Deal mit BookerMetro schlägt britische Märkte los
Der Handelsriese Metro trennt sich von seinen defizitären britischen Großmärkten Makro UK. Käufer ist die britische Booker Group. Im Gegenzug erhält Metro einen Anteil an Booker sowie knapp 16 Millionen Pfund in bar. Die Transaktion hinterlässt Schmauchspuren in der Bilanz.
Der neue Metro-Chef Olaf Koch zieht angesichts anhaltender Verluste bei den britischen Großhandelsmärkten die Reißleine: Der Düsseldorfer Handelsriese verkauft Makro UK mit 30 Märkten und einem Jahresumsatz von zuletzt 766 Mio. Pfund (knapp 960 Mio. Euro) an die britische Booker Group. "Mit der Booker Group haben wir den richtigen Käufer für unser britisches Geschäft gefunden, das eine für uns unbefriedigende Entwicklung gezeigt hat", betonte Koch.
Gänzlich beendet ist das Kapital damit für den Vorstandschef aber nicht: Im Gegenzug erhält Metro einen Anteil von knapp zehn Prozent an Booker sowie eine Barzahlung von 15,8 Mio. Pfund. Booker plane dafür eine Kapitalerhöhung. Die Transaktion wird zudem Spuren in den Zahlen des Handelsriesen für das zweite Quartal hinterlassen - eine Abschreibung wird nötig.
Trennung nach langem Rumdoktern
Makro UK galt bereits seit Jahren als eines der Sorgenkinder des Handelsriesen. Die Märkte schrieben Verluste, erst vor einem knappen Jahr hatte der Konzern versucht, das Geschäft mit seinen rund 3000 Mitarbeitern durch einen Management-Wechsel wieder in die Spur zu bringen. Vier der fünf Geschäftsführer mussten im vergangenen Sommer ihren Hut nehmen - eine "Restrukturierung und Neupositionierung" wurde damals als Ziel ausgegeben. Nun kommt die Trennung. Der neue Eigentümer Booker hatte sich bislang vor allem auf Catering-Unternehmen und unabhängige Einzelhändler als Kunden konzentriert, mit den Metro-Geschäften kommen nun auch Kunden aus den Bereichen Hotellerie und Restaurants hinzu.
Die Transaktion wird die Bilanz der Metro belasten: Der Konzern erwarte wegen des Buchwerts der britischen Großhandelsmärkte einen negativen Effekt auf den operativen Gewinn (Ebit) in einer Höhe von rund 200 Mio. Euro noch im zweiten Quartal, teilte Metro weiter mit. Diese Ergebnisbelastung will Koch aber als Sondereffekt verbuchen - damit sei sie für die Ebit-Prognose der Metro für das Gesamtjahr nicht wirksam. Koch rechnet für 2012 beim operativen Gewinn vor Sonderfaktoren mit einem Ergebnis in etwa auf der Höhe des Vorjahres - damals lag das Ebit vor Sonderfaktoren bei 2,37 Mrd. Euro.
Konzentration auf Wachstumsmärkte
Metro hatte sich bereits mehrfach aus Märkten zurückgezogen, in denen der Konzern keine Wachstumsperspektiven mehr sieht. 2010 wurden die Großhandelsmärkte in Marokko verkauft, auch von den Saturn-Märkten der Tochter Media-Saturn in Frankreich trennte sich Metro. Koch hatte zuletzt auch die Zusammenlegung der beiden Landesgesellschaften in Spanien und Portugal verfügt und auf den eigentlich geplanten Markteintritt der Großmärkte in Indonesien verzichtet. Koch will sich darauf konzentrieren, in den bestehenden Märkten die Umsätze zu steigern und die Expansion in ausgewählten Ländern wie China, Russland oder der Türkei zu beschleunigen.