Lenkt nur abMetzler gegen Überregulierung
Der persönlich haftende Gesellschafter der Privatbank Metzler, Friedrich von Metzler, warnt vor einer Überregulierung der Finanzmärkte. Stattdessen plädiert der Bankier dafür, öfter mal den gesunden Menschenverstand einzuschalten.
"Eine schärfere Regulierung macht zwar viel Arbeit. Sie bringt aber oft nur Scheinsicherheit. Das mag Auswüchse begrenzen. Eine Überregulierung ist aber eher gefährlich und lenkt von den wirklichen Risiken ab", sagte er dem "Handelsblatt".
Von Metzler begründete seine Einschätzung mit dem Hinweis auf die Situation vor Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007: "Wie ist es denn gewesen? Alle dachten, sie hätten mit Hilfe von mathematischen Modellen die Risiken im Griff. Tatsächlich hatten sie nichts im Griff. Zahlenreihen aus der Vergangenheit sagen nicht wirklich viel über die Risiken in der Zukunft aus. Sie müssen immer auf den negativen Ausnahmefall gefasst sein, auch wenn er laut Statistik nur alle 100 Jahre vorkommt. Der gesunde Menschenverstand muss die Basis allen Handelns sein."
Wachstum ist Voraussetzung
Von Metzler sieht vorerst nicht die Gefahr, dass sich neue Blasen an den Märkten bilden. "Gefahren könnten aber aus einer anderen Ecke kommen vom Wirtschaftswachstum. Die Industrie benötigt ausreichend Kredite, um wieder rund zu laufen, wenn die Konjunktur anzieht. Das ist nicht einfach in einer Zeit, in der Banken kurzfristig mit steigenden Kreditrisiken zu rechnen haben", sagte er.
Von Metzler erklärte, das Bankhaus Metzler "verfügt über mehr Eigenkapital als für die Geschäfte nötig ist. Wir müssen immer Vorsorge für eine Situation treffen, in der wir alleine überleben müssen. Die veröffentlichte Eigenkapitalquote liegt derzeit bei etwa 15 Prozent. Und Sie können sicher sein, dass wir außerdem über stille Reserven verfügen, deren Volumen erheblich höher liegt."