Wirtschaft
(Foto: dapd)

In einer Übergangsphase: Microsoft verdient weniger

Der Umsatz steigt, der Gewinn geht zurück: Microsoft erfährt Rückenwind durch Windows 8. Allerdings haben die Amerikaner Probleme im Hardwarebereich mit der Konsole Xbox. Der Konzern überarbeitet gerade zahlreiche Produkte.

Der Softwarekonzern Microsoft hat für sein zweites Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang vermelden müssen, was vor allem an schwächeren Zahlen bei Geschäftskunden und der Unterhaltungssparte lag. Dank Windows 8 konnte das US-Unternehmen seinen Umsatz im Kerngeschäft mit Betriebssystemen allerdings steigern.

Seit Oktober bietet der Softwaregigant seinen neuen Hoffnungsträger Windows 8 in den Läden an. Das Betriebssystem läuft erstmals sowohl auf PCs als auch auf Tablet-Computern. Bislang stand der Konzern vor dem Dilemma, dass sein Betriebssystem zwar in den meisten der überall auf der Welt verkauften PCs steckt. Doch beim Siegeszug der Smartphones und Tablets, die ohne Windows auskommen, stand Microsoft im Abseits. Mit Windows 8 will Microsoft nun gegen das Betriebssystem Android von Google und iOS von Apple antreten.

Der Konzernumsatz erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 21,46 Milliarden Dollar. Der Gewinn sank jedoch von 6,62 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 6,38 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie betrug unbereinigt 0,76 Dollar. Auf bereinigter Basis wurden 0,81 Dollar erzielt. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit einem unbereingten Gewinn je Anteilsschein von 0,75 Dollar und einem Umsatz von 21,53 Milliarden gerechnet. Nachbörslich gab die Aktie nach.

Microsoft befindet sich aktuell in einer Übergangsphase: Der Konzern überarbeitet gerade zahlreiche Produkte, neben der Software Windows auch das Office-Paket und Backend-Software für Computerserver. Auch für die Browser Internet Explorer und die Smartphone-Software Windows Phone gibt es Neuauflagen.

Xbox-Verkauf schwächelt

Die gesamte PC-Branche schwächelt derzeit und die Nachfrage nach klassischen PCs ist verhalten. Dies hat auch der Microsoft-Chip-Partner Intel zu spüren bekommen. Bereits im vergangenen Jahr schrumpfte der Markt für Intel-basierte PCs, und auch im laufenden Jahr sehen Beobachter hier weitere Einbußen. Dem Rückgang bei PCs steht nun allerdings ein weiterhin dynamisches Wachstum bei den Tablets gegenüber. Nach Einschätzung von Beobachtern wird deren Marktanteil bis 2016 auf über 55 Prozent steigen.

Der Geschäftsbereich, zu dem das Betriebssystem gehört, wuchs um zuvor geleistete Rückstellungen bereinigt um 11 Prozent, der Gewinn stieg dort um 14 Prozent. Im Cloud- und Serverbereich legte der Umsatz um 9,5 Prozent zu, der Gewinn stieg um 8,8 Prozent. Deutlich schlechter steht die Sparte für Geschäftskunden da, die vor allem vom Office-Paket abhängt. Dort sank der Umsatz um 9,8 Prozent. Im Onlinegeschäft, zu dem die Suchmaschine Bing zählt, stieg der Umsatz um 11 Prozent.

Der Hardwarebereich mit der Konsole Xbox verzeichnete 11 Prozent weniger Umsatz, der Gewinn stieg jedoch um 15 Prozent. Um auch mit eigener Hardware vom Tablet-Boom zu profitieren, hatte Microsoft im Juni den "Surface" enthüllt. Der Tablet-PC soll unter anderem dem iPad von Apple Paroli bieten. Das Gerät ist eng an das neue Windows 8 gekoppelt.

Quelle: n-tv.de

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