Wirtschaft
Thomas Middelhoff sitzt seit gut zwei Monaten im Gefängnis.
Thomas Middelhoff sitzt seit gut zwei Monaten im Gefängnis.(Foto: picture alliance / dpa)

Sponsoring wird zum Verhängnis: Middelhoff erneut angeklagt

Thomas Middelhoff soll vor kurz seinem Abtritt als Chef von Arcandor ein Sponsoring an die Universität Oxford veranlasst haben. Der angeschlagene Konzern hat laut Bochumer Staatsanwaltschaft dafür keine Gegenleistung erhalten.

Gegen den inhaftierten früheren Spitzenmanager Thomas Middelhoff sind einem Bericht zufolge neue Vorwürfe erhoben worden. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete, erhob die Staatsanwaltschaft Bochum gegen den 61-Jährigen eine neue Anklage vor dem Landgericht Essen. Darin wirft sie ihm demnach Untreue vor, weil er 2009 zwei Tage vor seinem Ausscheiden als Chef des Arcandor-Konzerns 800.000 Euro als Sponsoring an die britische Universität von Oxford überwiesen habe.

Für diese Summe habe es keine Gegenleistung für das Essener Unternehmen gegeben, hieß es. In einem Zivilverfahren im Jahr 2013 hatte das Landgericht Essen die Zahlung bereits als "eigenmächtige Pflichtverletzung" des Managers gewertet.

Laut "WAZ" verteidigte Middelhoff, der in einem Gremium der geförderten "Said Business School" an der Uni Oxford saß, 2010 das Engagement. Es sei ihm um englischsprachige Talente für das Unternehmen gegangen: "Wenn man in den Gremien in Oxford sitzt, kann man mögliche Nachwuchskräfte gezielt ansprechen und für das eigene Unternehmen rekrutieren." Das sei "um ein Vielfaches günstiger" als Aufträge an Personalberater.

Middelhoff sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er war Mitte November wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Landgerichts hatte Middelhoff Flüge und eine Festschrift zu Unrecht teils über Arcandor abgerechnet.

Quelle: n-tv.de

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