Samstag, 17. April 2010
Neue Ermittlungen: Middelhoff unter Druck
Die Personalie Middelhoff ruft nun auch die Kölner Staatsanwaltschaft auf den Plan. Die Behörde ermittelt einem Medienbericht zufolge gegen den Ex-Arcandor-Chef wegen Verdachts der Beihilfe zur Untreue.
Thomas Middelhoff
(Foto: dpa)
Dem ehemaligen Chef des mittlerweile insolventen Touristik- und Handelskonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, droht weiteres Ungemach. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" ermittelt gegen ihn jetzt neben der Staatsanwaltschaft in Bochum auch die Anklagebehörde in Köln.
Im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Bochum nach dem Fast-Zusammenbruch des Warenhauskonzerns gegen Middelhoff ein Verfahren wegen Verdachts der Untreue eingeleitet. Jetzt ermittle die Kölner Staatsanwaltschaft gegen den 56-Jährigen wegen Verdachts der Beihilfe zur Untreue, berichtet das Blatt weiter.
Das neue Verfahren wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die frühere Führung der Privatbank Sal. Oppenheim eingeleitet. Unmittelbar nachdem Middelhoff im Frühjahr 2009 bei dem Warenhauskonzern ausgeschieden war, hatte er von Sal. Oppenheim einen Beratervertrag in Sachen Arcandor bekommen. Middelhoff hatte die Öffentlichkeit darüber informiert, aber etwa sein Honorar verschwiegen.
Er selbst hatte es vor kurzem mit einem zweistelligen Millionenbetrag angegeben, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gab es in einem Prüfbericht nach Informationen der Zeitung mit fünf Millionen Euro an, die Staatsanwaltschaft Köln gehe jetzt von 7,6 Millionen Euro aus. Die Behörde hat den Verdacht, dass dieses Honorar weit überhöht war.
wne/dpa
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