Wirtschaft
Spricht von Demütigung: Thomas Middelhoff.
Spricht von Demütigung: Thomas Middelhoff.(Foto: imago/Schwörer Pressefoto)

Auktion nach Taschenpfändung: Middelhoffs Luxusuhr erzielt hohen Preis

Der Preis kann sich sehen lassen. Für ein Vielfaches ihres geschätzten Werts geht eine gepfändete Nobeluhr von Thomas Middelhoff an einen neuen Besitzer. Doch der Ärger für den ehemaligen Top-Manager ist noch nicht ausgestanden.

Kurz vor Ende wird die Versteigerung noch es einmal spannend. Schließlich findet die gepfändete Luxusuhr des ehemaligen Arcandor-Chefs Thomas Middelhoff für exakt 10.350,99 Euro einen neuen Besitzer. Das ist ein stolzer Preis, denn vor der Auktion war ihr Wert in einem Gutachten auf lediglich 2800 Euro geschätzt worden.

Eine Gerichtsvollzieherin hatte Middelhoff die Uhr im August am Rande eines Untreue-Prozesses abgenommen - bei einer Taschenpfändung. Die Justizbeamtin war im Auftrag eines Gläubigers unterwegs. Dabei soll es sich dem "Spiegel" zufolge um das Berliner Wohnungsbauunternehmen Gewobag handeln. Angeblich schuldet Middelhoff der Firma knapp eine Million Euro.

Im September startete die nordrhein-westfälische Justiz dann eine Auktion. Auftaktgebot waren 1400 Euro. Die goldene Armbanduhr "mit Kroko-Lederarmband" der Nobelmarke Piaget stieß schon zu Beginn der Versteigerung auf reges Interesse. Nach wenigen Tagen lag das Höchstgebot am 25. September bei 6800 Euro. Doch dann geschah bis kurz vor Ende der Auktion - nichts.

Erst eine Stunde vor dem Ende nahm die Auktion wieder Fahrt auf. Am Ende lag das höchste Gebot bei knapp 10.350 Euro - gegen Vorkasse, plus Kosten für Versand und Versicherung. Dieser Preis wurde wohl vor allem wegen des prominenten Vorbesitzes erzielt. Middelhoff soll die Uhr vor vielen Jahren von seiner Frau geschenkt bekommen haben.

Der ehemalige Top-Manager hatte die Pfändungsversuche von Gläubigern am Rande seines Untreue-Prozesses in Essen Mitte September als "Demütigung" bezeichnet. "Das ist wie ein apokalyptischer Traum", sagte er im Gerichtssaal. "Man wird abgefangen draußen vor der Tür." Die Staatsanwaltschaft wirft Middelhoff vor, er habe den inzwischen insolventen Karstadt-Mutterkonzerns Arcando mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Ankläger aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. Middelhoff weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Der Prozess hatte im Juli für eine Kuriosität gesorgt. Nach einem Gerichtstermin hatte Middelhoff das Justizgebäude auf einem ungewöhnlichen Weg verlassen. Offenbar um Fragen von Reportern zu entgehen, stieg er durch ein Fenster und kletterte an einem Regenrohr auf das Dach einer Garage. Von dort soll er aus 2,50 Meter Höhe auf den Boden gesprungen sein, bevor er unverletzt in ein Taxi stieg.

Quelle: n-tv.de

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