Wirtschaft
Der Name Mifa hat Tradition. Aber die schützt nicht vor einer Pleite.
Der Name Mifa hat Tradition. Aber die schützt nicht vor einer Pleite.(Foto: picture alliance / dpa)

Kein Vertrauen in den Vorstand: Mifa soll "extern" gerettet werden

Deutschlands größter Fahrradhersteller steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem geplatzten Einstieg des indischen Hero-Konzerns plant das Unternehmen eine Insolvenz in Eigenregie. Doch die Gläubiger treten dabei auf die Bremse.

Die Gläubiger des Fahrradherstellers Mifa haben dem Vorstand des insolventen Unternehmens aus Sachsen-Anhalt das Vertrauen für die Sanierung entzogen. Der vorläufige Gläubigerausschuss, der aus den wichtigsten Kreditgebern, Arbeitnehmervertretern und anderen Ansprucheberechtigten besteht, habe sich einstimmig gegen eine Insolvenz in Eigenverwaltung und für die Einsetzung eines externen Insolvenzverwalters ausgesprochen, teilte Mifa mit. Das Amtsgericht Halle habe daher beschlossen, den bisher als Sachwalter agierenden Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter zu bestellen. Einen Grund für die Ablehnung durch die Gläubiger nannte Mifa nicht.

Die neue Konstellation beschneidet den Vorstand um den neuen Vorstandschef Thomas Mayer empfindlich in seinen Rechten. Bei einer Eigenverwaltung hätte er auch in der Insolvenz das Sagen gehabt und wäre vom Sachwalter nur beaufsichtigt worden, in einem normalen Insolvenzverfahren trifft der Verwalter fast alle Entscheidungen selbst. Die Gläubiger haben seit der Reform des Insolvenzrechts vor zwei Jahren weitgehende Rechte im Insolvenzverfahren.

Hoffnung stirbt zuletzt

Deutschland größter Fahrradhersteller Mifa war nach dem gescheiterten Einstieg des indischen Unternehmens Hero in die Insolvenz gerutscht. Der indische Fahrradhersteller, nach Umsatz die Nummer eins in der Branche, wollte mindestens 15 Millionen Euro investierten und die Mehrheit übernehmen. Der Einstieg der Inder platzte aber.

Die Fahrradschmiede hatte im Frühjahr über Fehler in der Bilanzführung informiert und einen Fehlbetrag von 13,2 Millionen Euro geschrieben. Das Unternehmen hatte für den hohen Jahresfehlbetrag ein neues Buchungssystem verantwortlich gemacht, welches das Vorratsvermögen falsch erfasst habe.

Die Hoffnung aufgeben will Mifa nicht. Das Unternehmen habe jüngst einen wichtigen Großauftrag gewonnen. Die positive Entwicklung der Marktseite bilde eine gute Basis für die bevorstehende industrielle Sanierung des Unternehmens. Der Prozess der Investorensuche werde in Kürze starten.

Quelle: n-tv.de

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