Schwarze Zahlen in allen SpartenMilliardenplus für Deutsche Bank
Die Deutsche Bank hat auch das dritte Quartal mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Alle Geschäftsbereiche tragen mit schwarzen Zahlen zum starken Vorsteuerergebnis bei. Dank Steuererträgen fällt der Nettogewinn sogar noch etwas höher aus.
Die Deutsche Bank hat auch das dritte Quartal mit einem Milliardengewinn abgeschlossen und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 1,3 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor hatte sich das Geldhaus, als die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt in eine tiefe Krise stürzte, mit 93 Mio. Euro Gewinn begnügen müssen. Diesmal hatten Analysten Deutschlands größtem Finanzhaus nur 1,16 Mrd. Euro zugetraut.
Alle Geschäftsbereiche hätten schwarze Zahlen geschrieben, betonte die Bank in ihrer überraschenden Mitteilung. Im zweiten Quartal hatte die Deutsche Bank in der Vermögensverwaltung - vor allem aufgrund von Verlusten ihrer Immobilenfondstochter RREEF - noch einen Verlust verbucht.
Mehr netto als brutto
Der Nettogewinn war mit 1,4 Mrd. Euro aufgrund von steuerfreien Erträgen - wie sie etwa bei Beteiligungsverkäufen anfallen - und einer günstig ausgefallenen Steuerprüfung sogar noch höher als das Ergebnis vor Steuern. Analyst Konrad Becker von Merck Finck schätzt, dass die Deutsche Bank rund 500 Mio. Euro Steuern vom Staat zurückbekommen hat. In den ersten neun Monaten kam sie damit auf einen Nettogewinn von rund 3,7 Mrd. Euro.
Die Kernkapitalquote (Tier-1) habe zum Ende des dritten Quartals bei 11,7 Prozent gelegen und damit über dem internen Ziel von zehn Prozent, teilte die Bank mit. Per Ende Juni hatte die Deutsche Bank die Kennzahl auf 11,0 Prozent beziffert. Analyst Becker sagte, damit sei eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank unwahrscheinlicher geworden.
Georg Kanders von der WestLB sagte, für die Deutsche Bank seien Zukäufe dank ihrer hohen Profitabilität erschwinglich. Am Dienstag hatte sie die Übernahme von Teilen der niederländischen ABN Amro angekündigt. Zudem steht sie Kreisen zufolge kurz vor dem Kauf von rund 75 Prozent an der Privatbank Sal. Oppenheim, die rund eine Mrd. Euro kosten dürften.
Für die erwartete nächste Übernahme könnte die Deutsche Bank nach Ansicht von Unicredit-Experte Stefan Stalmann aber eine Kapitalerhöhung brauchen. "Das macht die Anleger ein bisschen vorsichtig", erklärte er den Kursrückgang. "Die Zahlen sind solide, aber auch nicht überwältigend." Im Investmentbanking habe die Bank wohl nicht so stark abgeschnitten wie ihre Konkurrenten in den USA. Investmentbanken profitieren derzeit stark vom Bedarf vieler Unternehmen an frischem Eigen- und Fremdkapital und von ungewöhnlich hohen Margen.