Wirtschaft
Der Schlamm begrub ein Dorf unter sich.
Der Schlamm begrub ein Dorf unter sich.(Foto: picture alliance / dpa)

Schlammdesaster im Rio Doce: Minenbetreiber zahlt Milliarden-Schadenersatz

Der Dammbruch in einem brasilianischen Eisenerzbergwerk führt zur Katastrophe: Fast 20 Menschen kommen ums Leben, Tausende Tiere verenden, weil giftiger Schlamm austritt. Auch der Tourismus hat daraufhin Einbußen. Nun werden Entschädigungen gezahlt.

Nach der Giftschlamm-Katastrophe in Brasilien hat der Minenbetreiber Samarco einem Entschädigungsplan in Höhe von 6,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 5,7 Milliarden Euro) zugestimmt. Vertreter von Samarco unterzeichneten am Mittwoch in Brasilia eine entsprechende Vereinbarung mit dem Staat. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff erklärte, die Einigung werde helfen, "eine Tragödie ohnegleichen" aufzuarbeiten. Die Gelder sollen über einen Zeitraum von 15 Jahren ausbezahlt werden. Dazu gehört auch ein Hilfsfonds, mit dem die Opferfamilien entschädigt werden sollen.

Der Damm eines Klärbeckens von Samarco mit giftigen Stoffen aus der Bergwerksindustrie war am 5. November im Bundesstaat Minas Gerais gebrochen. Der Giftschlamm begrub das Bergarbeiterdorf Bento Rodrigues unter sich, 19 Menschen wurden getötet. Die Giftstoffe gelangten auch in den Fluss Río Doce und später in den Atlantik.

Samarco drohen noch höhere Strafen

Nach Angaben der brasilianischen Regierung handelt es sich um die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes. Tausende Tiere verendeten, hunderttausende Menschen wurden von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten und noch an der Atlantikküste erlitten Tourismus und Fischerei Einbußen. Die Polizei fordert Gefängnisstrafen für sechs Samarco-Mitarbeiter wegen des Todes der 19 Menschen.

Präsidentin Rousseff machte deutlich, dass die Entschädigungszahlungen für Samarco noch höher ausfallen könnten. "Wir wollen ein neues Leben auf den Ruinen aufbauen", sagte sie. Es gebe keine finanziellen Grenzen, so lange der Schaden nicht voll beseitigt sei.

Samarco gehört dem brasilianischen Unternehmen Vale und dem australisch-britischen Konzern BHP. Als Ursache für den Dammbruch im Rückhaltebecken des Bergwerks wird ein leichtes Erdbeben vermutet. Den Betreibern wurden unzureichende Sicherheitsmaßnahmen vorgeworfen.

Quelle: n-tv.de

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