Wirtschaft
Wirft im Streit mit ArcelorMittal das Gewicht seines Amtes in die Waagschale: Arnaud Montebourg.
Wirft im Streit mit ArcelorMittal das Gewicht seines Amtes in die Waagschale: Arnaud Montebourg.(Foto: REUTERS)

Arcelor-Streit : Minister drohte mit Rücktritt

Der französische Industrieminister Montebourg knüpft seine politische Zukunft an das Schicksal des angeschlagenen Stahlwerks im lothringischen Florange. Im Streit mit ArcelorMittal um die Verstaatlichung des Werkes droht Montebourg mit seinem Rücktritt. Staatschef Hollande muss persönlich eingreifen, um den Minister in der Regierung zu halten.

Im Streit um die Zukunft des Stahlwerks im lothringischen Florange hat der französische Industrieminister Arnaud Montebourg nach eigenen Angaben mit seinem Rücktritt gedroht. Er habe Staatschef François Hollande aufgefordert, den "Schaden" zu reparieren, der durch den Streit um eine mögliche Verstaatlichung entstanden sei, sagte Montebourg der Pariser Zeitung "Libération". Er habe klar gemacht, ansonsten "nicht in der Regierung bleiben" zu wollen.

Hollande habe ihn aber gebeten, auf einen Rücktritt zu verzichten, betonte der Politiker, der zum linken Flügel der Sozialistischen Partei (PS) gehört. Montebourg hatte dem Stahlkonzern ArcelorMittal damit gedroht, das Werk in Florange vorübergehend zu verstaatlichen, sollten die beiden Hochöfen des Werks endgültig stillgelegt werden. Am Freitagabend verkündete Premierminister Jean-Marc Ayrault dann aber eine Einigung mit ArcelorMittal und erteilte einer Verstaatlichung eine klare Absage. Am Samstagabend stellte Montebourg klar, er wolle sein Amt weiter ausüben.

Laut dem nach zähen Verhandlungen vereinbarten Kompromiss zwischen der französischen Regierung und der Konzernspitze sollen in Florange keine Arbeitsplätze gestrichen werden. Der Konzern sagte zudem zu, über einen Zeitraum von fünf Jahren 180 Millionen Euro in den Standort Florange zu investieren. Die Zukunft der Hochöfen ist aber weiter unklar. Der Verzicht auf eine Verstaatlichung rief bei den Beschäftigten Enttäuschung hervor.

Quelle: n-tv.de

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