Wirtschaft

Affäre um Hedgefonds K1: Ministerin im Visier

In der Affäre um den unter Betrugsverdacht stehenden Hedgefonds K1 ist die amtierende Justiz- und Außenministerin von Liechtenstein ins Scheinwerferlicht geraten. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass Aurelia Frick einige Monate lang für K1 gearbeitet hat.

Aurelia Frick bei einem Auftritt vor der UNO-Vollversammlung Ende September.
Aurelia Frick bei einem Auftritt vor der UNO-Vollversammlung Ende September.(Foto: REUTERS)

Sie habe vom 6. August bis 29. Dezember 2008 dem Board of Directors der K1-Vertriebsfirma K1 Fund Distribution in London angehört. Zwar habe das Gremium während der Amtszeit von Frick nie getagt, trotzdem habe die 34 Jahre alte Juristin den Jahresabschluss 2007 mit zu verantworten, räumte er ein.

Der K1-Gründer Helmut Kiener, ein Psychologe aus dem nordbayerischen Aschaffenburg, sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Banken und Anleger um dreistellige Millionenbeträge betrogen zu haben. Das eingesammelte Geld sei vermutlich verloren. Liechtenstein war in der Affäre bereits als Sitz einer Tochterfirma des Wiener Versicherers Vienna Insurance Group (Wiener Städtische, VIG) aufgefallen, die mit K1 bei Lebensversicherungspolicen zusammengearbeitet hatte.

Verfahren in Liechtenstein und Schweiz

Frick, die seit März 2009 Ministerin ist, habe im Dezember 2008 ihren Rücktritt bei K1 erklärt, weil man ihrer Bitte um mehr Information über die Tätigkeit der Firma nicht entsprochen sei, sagte der Regierungssprecher. An den Posten bei K1 sei sie als Eigentümerin der Treuhandfirma Fidaura Trust gekommen.

Auch in Liechtenstein ermitteln die Strafverfolger in Sachen K1. Die deutschen Behörden hatten um Rechtshilfe gebeten. In der Schweiz läuft ebenfalls ein Rechtshilfeverfahren. Dort haben sich ebenfalls mehr als ein Dutzend Geschädigte von K1 gemeldet. Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge wird allerdings gegen Frick weder in Liechtenstein noch in Würzburg ermittelt.

Quelle: n-tv.de

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