Wirtschaft
Ready for shipping: Deutsche Autos gehen gehen vor allem abseits des Heimatmarktes.
Ready for shipping: Deutsche Autos gehen gehen vor allem abseits des Heimatmarktes.(Foto: REUTERS)

Autobranche fährt auf Sicht: Mit gemischten Gefühlen in 2013

Die Automobilindustrie steht vor einem wegweisenden Jahr. In Europa schrumpft der Markt deutlich, Wachstum kommt vor allem aus Asien und den USA. Doch nicht jeder Hersteller ist für dieses schwierige Szenario gewappnet.

Deutschlands Autoindustrie blickt mit gemischten Gefühlen auf das kommende Jahr. Zwar würden mit dem Geschäft in den USA und China 2013 voraussichtlich zwei wichtige  Auslandsmärkte erneut wachsen, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA). Im Heimatmarkt Deutschland aber würden die Verkaufszahlen von voraussichtlich 3,1 Millionen auf 3 Millionen sinken - 2013 werde "ein hartes Arbeitsjahr".

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In Ländern wie den Vere inigten Staaten oder China gebe es eine "sehr dynamische Automobilkonjunktur, an der die deutsche Automobilindustrie überproportional teilhat", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Der Pkw-Weltmarktanteil der deutschen Hersteller betrage rund ein Fünftel, bei Oberklasse-Marken sogar vier Fünftel.  Davon profitiere die Inlandsproduktion: Mehr als jeder zweite Arbeitsplatz in der deutschen Autoindustrie hänge an der sogenannten Premium-Produktion.

Asien hui, Europa pfui

Der weltweite Automarkt werden 2012 voraussichtlich um vier Prozent wachsen, sagte Wissmann. Insgesamt würden rund um den Globus rund 68 Millionen Fahrzeuge verkauft. Der chinesische Markt wachse um schätzungsweise acht Prozent auf 13,2 Millionen verkaufte Autos, in den USA würden 14,3 Millionen Wagen abgesetzt - zwölf Prozent mehr als 2011. 2013 wachse der US-Markt voraussichtlich um fünf Prozent, das Geschäft in China um sechs Prozent.

In Westeuropa dageg en gehe der Auto-Absatz bereits in diesem Jahr zurück, und zwar um voraussichtlich neun Prozent auf 11,7 Millionen Fahrzeuge, wie Wissmann sagte. Das seien mehr als eKatastrophenjahr 2012 ine Million Autos weniger als vor einem Jahr. Besonders dramatisch sei die Entwicklung in Italien, Spanien und Frankreich. Hintergrund der Entwicklung ist die Schuldenkrise in der Eurozone.

Firmenwagen-Geschäft immer wichtiger

Der deutsche Markt habe sich mit einem Rückgang von rund zwei Prozent in diesem Jahr auf rund 3,1 Millionen Autos als "Stabilitätsanker" in Westeuropa erwiesen, sagte Wissmann. Bis November seien 2,9 Millionen Autos neu zugelassen worden.

Für den Rückgang der Verkaufszahlen auf dem Heimatmarkt gebe es "keine eindeutige Erklärung", sagte Wissmann: "Wir haben eine weiterhin hohe Beschäftigung, die Einkommensperspektive ist unverändert gut." Jedoch gebe es eine Verunsicherung der Deutschen wegen der Schuldenkrise, dazu kämen hohe Kraftstoffpreise.

Diese Verunsicherung der Verbraucher mache sich dadurch bemerkbar, dass bereits seit drei Jahren der Anteil der Privatkäufer am Neuwagengeschäft kontinuierlich zurückgehe, sagte der VDA-Präsident. 2012 betrage dieser nur noch 39 Prozent. Bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts habe der Anteil noch über 45 Prozent gelegen. Das Firmenwagengeschäft werde daher immer wichtiger.

Mehr Jobs in der Branche

Als großer Arbeitgeber sehe die Autoindustrie für 2013 eine "weiterhin stabile Beschäftigungslage", sagte Wissmann. Die Eintrübung der Wirtschaft mache sich "nur sehr langsam bemerkbar". Zeitarbeiter würden zunehmend in feste Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei dieses Jahr auf knapp 749.000 gestiegen - ein Plus von 18.700 Arbeitsplätzen. Bevor sich die Unternehmen von Zeitarbeitern trennten, würden die Arbeitszeitkonten der Stammbelegschaften abgebaut.

Quelle: n-tv.de

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