Wirtschaft

Zurückfahren der Investitionen: Mittelstand spürt schlechtere Konjunktur

Die gute Nachricht zuerst: Der deutsche Mittelstand bleibt die größte Stütze des Arbeitsmarktes. Nun die weniger gute: Die angespannte politische Großwetterlage verschont auch ihn nicht. So ist 2015 mit geringerer Investitionstätigkeit zu rechnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der deutsche Mittelstand dürfte im kommenden Jahr weniger investieren und Personal einstellen, als noch im Sommer geplant. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für 2015 nur noch mit 100.000 neuen Arbeitsplätzen bei den Mittelständlern. "In den Jahren davor waren es immer mindestens 200.000", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Welt".

Neben der Geopolitik hinterlasse auch die heimische Wirtschaftspolitik Bremsspuren im Mittelstand, sagte er. Der DIHK hatte 28.000 Unternehmen nach ihren Investitions- und Beschäftigungsplänen befragt und dabei die kleinen und mittleren Firmen gesondert ausgewertet.

Aus Sicht der größeren Mittelständler mit bis zu 1000 Mitarbeitern sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mittlerweile das größte Geschäftsrisiko - noch vor Sorgen um die Inlandsnachfrage, dem Mangel an Fachkräften und hohen Arbeitskosten. "Zu den bereits beschlossenen Belastungen aus dem Koalitionsvertrag wie gesetzlicher Mindestlohn und Rentenpaket kommt die Sorge um eine Verschärfung der Erbschaftsteuer", zitiert das Blatt den DIHK-Geschäftsführer.

Auch weniger Einstellungen

Die Sorgen schlagen auf die Investitionspläne durch. "Der industrielle Mittelstand kürzt seine Investitionen", weiter Wansleben. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen im Fahrzeugbau brächen die Investitionspläne regelrecht ein. Im Zuge des Konflikts in der Ukraine erwartet der DIHK Exporteinbußen von bis zu 20 Prozent im Russlandgeschäft.

Mit den Investitionen werden auch die Einstellungspläne nach unten korrigiert. Dennoch blieben die Mittelständler die größte Stütze des Arbeitsmarktes: Mit 100.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen tragen sie zwei Drittel zum gesamtwirtschaftlichen Personalaufbau von 150.000 bei.

Quelle: n-tv.de

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