Wirtschaft
Blick auf die Hauptstadt Brasilia.
Blick auf die Hauptstadt Brasilia.(Foto: picture alliance / dpa)

Wachstum bleibt schwach: Moody's macht Brasilianern wenig Mut

Die Fußball-WM 2014 ist in fünf Tagen Geschichte. Für die Brasilianer beginnt dann wieder der Alltag. Die ökonomischen Daten verheißen allerdings wenig Gutes. Die Ratingagentur Moody's prognostiziert für das südamerikanische Land schwierige Jahre.

Die Ratingagentur Moody's sagt Brasilien auch für den Rest des Jahres eine schwache Wirtschaft voraus. Nach Ansicht der Kreditexperten nehmen die Herausforderungen für das Land auch dann nicht ab, wenn die politische Unsicherheit nach den Präsidentschaftswahlen im Oktober verflogen sein dürfte.

"Die negativen Trends eines geringeren Wachstums und einer höheren Inflation deuten darauf hin, dass sich die makroökonomischen Bedingungen während des restlichen Jahres nicht verbessern werden, selbst wenn sich die Unsicherheit, die die kommenden Wahlen im Oktober umgeben, auflösen wird", heißt es in einem Bericht von Moody's. "Entsprechend erwarten wir jetzt ein niedrigeres reales BIP-Wachstum von 1,3 Prozent im Jahr 2014 und 1,5 Prozent 2015." Die Risiken würden sich eher verschlechtern, erklärte Moody's.

Moody's warnt, dass sich das Kreditrating des Landes noch ändern könne, je nachdem, welchen politischen Kurs der Wahlsieger einschlägt. Der Ratingausblick werde "stark davon beeinflusst, inwieweit die neue Regierung in der Lage sein wird, negative Trends wie das anhaltend schwache Wachstum, die steigenden Inflationsraten und das sich verschlechternde Investorenklima umzukehren", sagte Mauro Leos, Vizepräsident bei Moodys.

Volkswirte erwarten nur ein Prozent Wachstum

Aktuell stuft Moody's Brasilien mit der Investment-Grade-Note "Baa2" ein. Der Ausblick ist stabil, die Agentur plant also kurzfristig keine Ratingänderungen. Das nachlassende Wirtschaftswachstum und die hartnäckige Inflation stellten brasilianische Politiker aber vor immer größere Schwierigkeiten, so die Ratingagentur.

Laut der aktuellen wöchentlichen Umfrage der brasilianischen Zentralbank rechnen Volkswirte und Analysten für 2014 im Konsens nur noch mit einem Wachstum von 1,07 Prozent. In der Vorwoche lag diese Prognose noch bei 1,1 Prozent. Die Zentralbank selbst hatte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr im vergangenen Monat von 2 auf 1,6 Prozent gesenkt, aber die Inflationsprognose von 6,1 auf 6,4 Prozent erhöht.

Aktuell bewegt sich der Inflationsindex am oberen Ende des von der Zentralbank angepeilten Zielkorridors von 2 Prozentpunkten über oder unter 4,5 Prozent. Die Notenbank hatte ihren Leitzins im Mai bei 11 Prozent belassen. Sie begründete das damit, dass sich ihre straffere Geldpolitik noch nicht voll auf die Preise ausgewirkt habe. Vor einem Jahr lag Brasiliens Leitzins noch bei 7,25 Prozent.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen