Wirtschaft
Aufspaltung als Antwort auf die Energiewende: Eon-Chef Johannes Teyssen will Deutschlands größten Energiekonzern erneuern.
Aufspaltung als Antwort auf die Energiewende: Eon-Chef Johannes Teyssen will Deutschlands größten Energiekonzern erneuern.(Foto: REUTERS)

Kurswechsel rüttelt am Rating: Moody's setzt Eon auf die Liste

Die Operation ist so umfangreich, dass selbst erfahrene Finanzanalysten vor einer schnellen Bewertung zurückschrecken: Der radikale Kurswechsel bei Eon zwingt die Ratingagentur Moody's zum Handeln. Die Bonitätswächter wollen die Ratingnote prüfen.

Der größte deutsche Energieversorger Eon muss nach seiner angekündigten Aufspaltung ein schlechteres Kredit-Rating und damit steigende Finanzierungskosten fürchten. Die Ratingagentur Moody's teilte am Abend nach Börsenschluss mit, sie prüfe das aktuelle Rating mit Blick auf eine Herabstufung.

Der von Eon angekündigte Umbau des Konzerns habe zwar positive und negative Aspekte für die Bonität. Insgesamt aber könnten die Umbau-Effekte das Kreditprofil von Eon schwächen, erklärte die US-Agentur. Für Eon käme ein schlechteres Rating nicht überraschend.

Expertin bei n-tv: Risiken halten sich in Grenzen

Claudia Kemfert, Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), mahnt bei n-tv zur Gelassenheit: "Man muss jetzt abwarten, wie sich das entwickelt in diesem neuen Geschäftsmodell. Ich sehe jetzt unmittelbar nicht sofort die Wirtschaftlichkeit infrage gestellt, zumal man ja auch sehen muss, dass gerade im Gasgeschäft in der Zukunft auch durchaus Gewinne zu erzielen sind."

Angesichts möglicher Risiken der geplanten Umstrukturierung bei Eon weist Kemfert auch auf die Chancen hin: "Es gibt eben auch die Chancen, die in dem Bereich liegen, dass man verstärkt auf erneuerbare Energien, auf den Wachstumsmarkt setzen will und das auch in einem separaten Geschäftsmodell, wo man dann auch Kompetenzen bündeln will." Bei der Abspaltung des Geschäfts mit konventionellen Energien sieht sie "nicht unmittelbar ganz große Risiken, weil man eben auch im konventionellen Energiebereich in den nächsten Jahren durchaus noch viel Geld verdienen kann".

Neuanfang mit Ökostrom

Der Düsseldorfer Konzern hatte zu Wochenbeginn erklärt, sollte es im Zusammenhang mit der Neuaufstellung zu einer Veränderung der Einstufung kommen, sei es sein Ziel, diese auf eine Stufe zu beschränken. Moody's bewertet Eon derzeit mit "A3", was einem komfortablen Abstand von vier vollen Notenstufen zum sogenannten Ramsch-Bereich entspricht.

Wie am Sonntagabend nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt wurde, will Eon seine Kraftwerke aus dem Bereich der konventionellen Energieerzeugung - also alle Nuklear-, Erdgas- und Kohle-Kraftwerke - bis 2016 in eine neue Gesellschaft ausgliedern. Der übrige Konzern soll sich dann auf das Ökostrom-Geschäft konzentrieren. Mit dem Umbau sind Eon zufolge Kosten und Steuern in noch unklarer Höhe verbunden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen