Wirtschaft
Iberdrola soll für die Tochter Electropaz entschädigt werden.
Iberdrola soll für die Tochter Electropaz entschädigt werden.(Foto: REUTERS)

Für "gerechte Strompreise": Morales verstaatlicht Versorger

Bolivien treibt die Enteignung ausländischer Konzerne weiter voran. Nach der Verstaatlichung des größten Stromanbieters TDE im Frühjahr dieses Jahres muss nun die spanische Iberdrola dran glauben. Präsident Morales will dadurch die Strompreise in den Regionen La Paz und Oruro stabil halten.

Übernahme á la Evo Morales: Per Dekret wird Iberdrola enteignet.
Übernahme á la Evo Morales: Per Dekret wird Iberdrola enteignet.(Foto: AP)

Bolivien hat vier Unternehmen des spanischen Energiekonzerns Iberdrola verstaatlicht. Präsident Evo Morales unterzeichnete ein entsprechendes Dekret für die Stromversorger Electropaz, Elfeo und Eldeser sowie den Verwaltungskonzern Cadeb, wie die lokale Nachrichtenagentur ABI berichtete. Die Verstaatlichung sei unabwendbar geworden, um gerechte Strompreise und eine gleichwertige Versorgungsqualität in Stadt und Land zu sichern, hieß es zur Begründung.

Vizepräsident Álvaro García Linera erklärte, Iberdrola werde eine angemessene Entschädigung bekommen. Die Aktien der Tochtergesellschaften Iberdrolas sollen von dem staatlichen Unternehmen Empresa Nacional de Electricidad (Ende) übernommen werden. Electropaz, das größte der verstaatlichten Unternehmen, versorgt 470.000 Kunden in La Paz mit Strom.

Die bolivianische Regierung hatte im Mai den größten Stromanbieter des Andenlandes, Transportadora de Electricidad (TDE), verstaatlicht, dessen Aktien sich zu fast 100 Prozent im Besitz des spanischen Energiekonzerns Red Eléctrica de España (REE) befanden.

Quelle: n-tv.de

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